Weniger Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen in NÖ:

Votruba organisierte Plakataktion in Kindergärten

St.Pölten (NLK) - Landesrat Traude Votruba unterstützt mit Nachdruck eine Aktion der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, die auf eigene Kosten ein Plakat drucken ließ, mit dem für den Mutter-Kind-Paß geworben wird. Das Plakat wurde in allen niederösterreichischen Landeskindergärten angebracht und soll die Eltern auf die gesundheitlichen Probleme
von Kindern aufmerksam machen, die durch versäumte Untersuchungen entstehen können.

Die Aktion geht auf einen Vorschlag des Wiener Neustädter Primars Dr. Olaf Arne Jürgenssen zurück, der meinte, man solle mit diesem Plakat gerade in Kindergärten für den Mutter-Kind-Paß werben. Weil die Untersuchungsfrequenz vor allem bei Kin-dern im dritten und vierten Lebensjahr zurückgeht, appellieren die Landesräte Traude Votruba und Ewald Wagner, mehr als bisher die kostenlosen Untersuchungen vor und nach der Geburt eines Kindes zu nützen. Sie erinnern an die Mahnungen von Exper-ten, die auf die Chance der Früherkennung von Krankheiten der werdenden Mutter, des Säuglings und des Kleinkindes verweisen. Die Fachleute befürchten nämlich, daß die Säuglingssterblichkeit in Niederösterreich wieder zunehmen könnte, wenn dieser Trend weiterhin anhält. Aber auch die Gefahr, daß Schwangerschaft und Geburt zum Risiko für die betroffene Frau werden, steigt mit jeder versäumten Untersuchung. Jetzt will man - neben der Plakataktion - bei der Mutterberatung verstärkt auf die not-wendigen fachärztlichen Untersuchungen hinweisen und einen Schwerpunkt bei der Schwangerenbetreuung
setzen, um auf die enorme Bedeutung der Vorsorgetests aufmerksam
zu machen.

Der Rückgang der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen läßt sich nur zum Teil auf sin-kende Geburtenziffern zurückführen. Auch gibt es diesen Trend seit Jahren und nicht erst, seitdem die Prämien für den Mutter-Kind-Paß nicht mehr ausgezahlt werden und der mit Jahresbeginn 1997 neu geschaffene Bonus deutlich weniger Geld bringt. Die Zahl der Untersuchungen für den Mutter-Kind-Paß durch Vertragsärzte für ASVG-Versicherte in Niederösterreich ging von 1994 auf 1995 von 196.948 auf 194.578, also um 2.370, zurück, was einem Minus von 1,2 Prozent entspricht. Die Zahl der Ge-burten -wiederum: so weit sie mit der NÖ Gebietskrankenkasse abgerechnet wurden - sank in diesem Zeitraum um 1,85 Prozent. Von 1995 auf
1996 ging die Untersu-chungsfrequenz aber von 194.578 auf 191.005 zurück, also um 3.573, was einem Mi-nus von 1,83 Prozent entspricht. Die Zahl der Geburten sank in diesem Zeitraum nur um 0,83 Prozent. Die Vergleichsdaten für das erste Quartal 1997
lassen befürchten, daß sich dieser Trend verstärkt fortsetzt, stehen doch 50.269 Untersuchungen im er-sten Quartal des Vorjahres 43.130 in der Zeit von Anfang Jänner bis Ende März 1997 gegenüber, wobei die Zahl der Geburten von 3.388 auf 3.144 sank.

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