Spektakuläre Zuwächse im Lateinamerika-Export

Mercosur: eine der dynamischesten Wirtschaftszonen der Welt - WKÖ-Strategie hilft Firmen neue Entwicklungen zu nutzen

Wien (PWK) - Im ersten Quartal 1997 haben die österreichischen Exporte nach Lateinamerika um 50 Prozent zugelegt, Brasilien hat China als Abnehmer österreichischer Waren überholt, Argentinien zieht mit Indien gleich, berichtet Peter Schnitt von der Außenwirtschaftsabteilung der Wirtschaftskammer Österreich bei einem Pressegespräch in Wien. Schon 1996 war eine überdurchschnittliche Steigerung der Lateinamerikaexporte von 12 Prozent auf 5,8 Mrd. S erzielt worden. Trotzdem bleibt Lateinamerika mit einem Handelsvolumen von rund neun Mrd. S (1996) im österreichischen Außenhandel noch weit unterrepräsentiert. ****

Praktisch alle Länder Lateinamerikas haben die Liberalisierung ihrer Wirtschaft abgeschlossen, erklärt Schnitt. Das habe nicht nur zu einem raschen Wirtschaftswachstum, sondern auch zu einer weitgehenden Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geführt. Dazu komme noch der starke Integrationseffekt der Freihandelszone Mercosur (Mitglieder: Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay; assoziiert: Chile, Bolivien). Zwischen dem Mercosur und der EU laufen derzeit Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen, dessen Inkrafttreten noch vor der Jahrtausendwende erwartet wird.

"Die positiven Veränderungen in Lateinamerika sind so rasch vor sich gegangen, daß sie in Österreich noch gar nicht voll zur Kenntnis genommen wurden", sagt Schnitt. Lateinamerika habe - zu Unrecht -immer noch das Image der wirtschaftlichen Unsicherheit.

Die Lateinamerika-Strategie der WKÖ orientiert sich an den aktuellen Entwicklungen und unterstützt die österreichischen Firmen nicht nur bei der unmittelbaren Nutzung von Marktchancen, sondern auch bei der langfristigen Einstellung auf die neuen Integrationsräume, so Schnitt.

Nach Ansicht der zuständigen Handelsdelegierten bestehen gute Chancen für eine Zusammenarbeit beim Infrastrukturausbau, bei Großprojekten sowie für Autozulieferungen. In Zukunft werde es immer wichtiger werden, Niederlassungen oder Joint Ventures zu errichten. Österreich ist derzeit mit nur rund 50 Joint Ventures in ganz Lateinamerika vertreten.

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Dr. Walter Höfle

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