Umweltmessen: Für Kooperation statt ruinöser Konkurrenz

Schwarzer: Österreichische Messeveranstalter sollten sich koordinieren - Eine große Umwelttechnikmesse alle drei Jahre

Wien (PWK) - Die Erfahrungen der letzten Jahre mit
österreichischen Umwelttechnikmessen zeigen, daß der Markt mehrere Veranstaltungen, wie sie heuer an drei verschiedenen Orten (Linz, Tulln und Wien) stattgefunden haben, nicht aufnehmen kann. Schon 1995 war bei der damals noch relativ "großen" Umwelttechnikmesse UTEC ein deutlicher Rückgang des Besucher- und Ausstellerinteresses gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen gewesen. ****

"Seit Jahren bemerken wir diesen Trend. Die österreichsichen Veranstalter sollten daher bei der Planung neuer Messetermine mehr Zurückhaltung üben und ihre Kapazitäten koordiniert einsetzen. Nur in Abständen von zwei bis drei Jahren kann der Markt wieder eine große Umwelttechnikmesse verkraften", beurteilt Doz. Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umweltpolitik der Wirtschaftskammer Österreich, die Situation.

Wegen der Zersplitterung der Nachfrage auf mehrere Messetermine können gewinnorientierte Aussteller keine positive Kosten-/Nutzenrelation mehr erkennen. Sie sehen daher in einer jährlichen Leistungsschau keinen Sinn. Im Nachbarland Deutschland habe man hingegen längst erkannt, daß umwelttechnische Innovationszyklen zwei bis drei Jahre betragen, weshalb die großen Umwelttechnikmessen IFAT (München) und UTECH (Berlin) einen entsprechenden Messeintervall wählen, erklärt Schwarzer.

Österreichische Aussteller verlagerten ihre Messeaktivitäten immer mehr in Richtung Deutschland. Diesem Trend könne nur durch eine große österreichische Umwelttechnikmesse - etwa alle drei Jahre -entgegengetreten werden. Auch hinsichtlich der Kongreßprogramme, welche Umwelttechnikmessen nunmehr bereits standardmäßig begleiten, sollten die Messeprofis ihr Know-how in zeitgemäßer Form umsetzen.

Die Umwelttechnik gilt als wachstumsträchtigster Markt dieses Jahrzehnts. Die heimischen Messeveranstalter sind daher aufgerufen, an einem attraktiven Messestandort eine gut vorbereitete Umwelttechnikmesse mit dem Schwerpunkt "Anbahnung von Geschäftsbeziehungen" abzuwickeln. Die Anstrengungen sollten darauf abzielen, der Messe durch Bewerbung in dynamischen Zielmärkten (Pazifischer Raum, Osteuropa) internationale Geltung zu verschaffen. Ein praxisbezogenes Kongreßprogramm, das für Zielgruppen maßgeschneidert wird, könnte das Interesse auch außerhalb Österreichs steigern. So könnten Fallbeispiele zum betrieblichen Umweltschutz, z.B. über EMAS-Standorte in Österreich, die Anwendung von Umwelttechnik besonders anschaulich "in die Messehalle transportieren".

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WKÖ, Abteilung für Umweltpolitik
Tel: 01/50105-4750

Mag. Axel Steinsberg

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