Schwarzarbeit im Baugewerbe höher als offizielles Bauvolumen

Lahofer: "Pfuscherfahndung ist zahnlos-effektivere Kontrolle statt Schikanen gegen Generalunternehmer notwendig!"

Wien (PWK) - Mit voraussichtlich 88 Mrd Schilling übersteigt die Schwarzarbeit 1997 bereits das offizielle Bauvolumen des Baugewerbes. Das sind 40 Prozent des für heuer prognostizierten gesamten Pfuschervolumens von 220 Mrd. ****

"Anstatt wirksame fiskalische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, beschränkt sich Finanzminister Edlinger darauf, primär den Unternehmern Schwarzbeschäftigung zu unterstellen und den privaten Pfusch als Nachbarschaftshilfe herunterzuspielen", kritisiert der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe Johannes Lahofer dessen gestrige Äußerungen in der ZIB 2.

Konstruktive Vorschläge zur Pfuscherbekämpfung wie die Einführung des "Luxemburger Modelles", einer Identitätskarte für Bauarbeiter oder die Schaffung einer zentralen Kontrollbehörde, die auch am Wochenende und nach Büroschluß aktiv ist, wurden bisher nicht einmal ignoriert.

Wo der Staat in seiner Kontrolle kläglich versagt hat, bürdet er nun die Verantwortung dem Bau-Generalunternehmer auf, der für illegale Beschäftigung seiner Subunternehmer drakonisch bestraft wird und von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen wird, selbst wenn er davon nichts wußte oder wissen konnte. Diese Haftungen wurden von der EU-Kommission als Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht eingestuft und müssen daher beseitigt werden.

Die Bundesinnung der Baugewerbe spricht sich für eine scharfe Kontrolle von Schwarzarbeit aus, wobei nicht mit zweierlei Maß gemessen werden darf, je nachdem ob es sich um privaten oder "gewerblichen" Pfusch handelt. Insbesondere sollten die Befugnisse der Kontrollorgane erweitert und die derzeitigen Bagatellstrafen für unbefugte Gewerbeausübung deutlich erhöht werden, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

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