Jugendliche, Frauen, Ältere

Pröll und Prokop starten "Jobinitiative"

St.Pölten (NLK) - Trotz einer überdurchschnittlichen
Entwicklung des niederöster-reichischen Arbeitsmarktes - Ende August wurde mit fast 520.000 Beschäftigten ein neues Rekordhoch erreicht und die Arbeitslosenquote lag mit 5,7 Prozent um 0,1 Prozent unter der österreichischen - gibt es Problemgruppen, vor allem jugendliche Schulabgänger, Frauen und ältere Arbeitnehmer über 40 Jahren. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landeshauptmannstellvertreter Liese Prokop haben nun 14 Maß-nahmen zu einer Jobinitiative "geschnürt", mit der für diese Gruppen innerhalb eines Jahres rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Dabei wird auch das Land selbst mit
gutem Beispiel vorangehen und mindestens 100 Jugendli-che
aufnehmen, betonte Pröll. Dabei ist keine Aufstockung des Dienstpostenplanes vorgesehen, sondern es wird punktuell bei
Bedarf dort nachbesetzt, wo in den letzten Jahren rigoros gespart wurde. Beispiele dafür sind Mitarbeiterinnen in den Pflegehei-men, Kindergärtnerinnen und Umwelttechniker.

Beide Landespolitiker hoben die ausgezeichnete Zusammenarbeit
mit dem Arbeits-marktservice NÖ hervor. Landeshauptmannstellvertreter Prokop berichtete, daß auch vom Europäischen Sozialfonds erhebliche Mittel kommen. Kritik am Personalleasing, auf dem viele der Aktionen beruhen, wies sie zurück. Gerade in Ländern mit positiver Beschäftigungsentwicklung, wie beispielsweise USA, Irland und Norwegen, sei Per-sonalleasing ein wichtiger Faktor. Die Arbeitnehmer seien bei allen Aktionen sozial voll abgesichert, können Berufserfahrung erwerben und erhalten eine Aus- und Wei-terbildung. Die Wirtschaft wiederum
habe die Möglichkeit der Erprobung, denn das Ziel sei selbstverständlich die Unterbringung auf Dauerarbeitsplätzen.

Die Initiative ruht auf drei Säulen: Aufnahme in und durch Firmen, im gemeinnützi-gen Bereich - etwa durch Gemeinden und Wohlfahrtsorganisationen -, und, wie er-wähnt, beim Land. Und das sind die 14 Einzelmaßnahmen der blau-gelben Jobinitiati-ve:

"Job 2000" zielt auf die Problemgruppe "Langzeitarbeitslose
unter 50" ab. Die Akti-on läuft bereits seit Juni, bis Jahresende sollen 50 Personen beschäftigt werden. Grundprinzip ist der
Verleih entgeltlicher Arbeitskräfte für gemeinnützige Tätigkei-ten.

"Start up" soll arbeitslosen Absolventen mittlerer und höherer Schulen sowie Uni-versitäten eine Chance geben. Auch hier geht es um gemeinnütziges, entgeltliches Personalleasing. Der Start ist für Ende September vorgesehen. Bis Jahresende sollen 50 bis 100 Personen beschäftigt werden.

Die NÖ Lehrerbörse ist eine Aktion, die bereits im September 1996 gestartet und nunmehr wesentlich erweitert wurde. Arbeitslose Junglehrer sollen in gemeinnützi-gen Organisationen arbeiten,
wobei ein 40prozentiger Lohnkostenzuschuß gewährt wird. Im laufenden Schuljahr sollen 50 bis 100 Lehrer zusätzlich beschäftigt wer-den.

"Flying Nannies" wird im September starten und sieht vor, daß arbeitslose Kinder-gärtnerinnen zur Kinderbetreuung in der Wohnung der Eltern "verliehen" werden. Bis Jahresende sollen 30 Personen beschäftigt werden.

Wiedereinstieg von Kindergärtnerinnen: Ehemalige Kindergärtnerinnen, die nach der Kinderpause sonst keine Möglichkeit zum Wiedereinstieg in den erlernten Beruf haben, erhalten eine Schulung "On the job" mit dem Ziel der späteren Übernahme in den Kindergartendienst des Landes. Gestartet wird die Aktion noch im Septem-ber, bis Jahresende sollen 25 ehemalige Kindergärtnerinnen beschäftigt werden.

"Telefit" will karenzierte, arbeitslose oder von
Arbeitslosigkeit bedrohte Frauen für einen Telearbeitsplatz bei einem Unternehmen schulen. Auch hier erfolgt der Auf-takt im September, bis Frühjahr 1998 sollen 30 Personen beschäftigt werden.

Teilzeitjobs. Durch Gewährung eines Lohnkostenzuschusses für Betriebe, die Pro-jektteilnehmerinnen beschäftigten, sollen arbeitslose Frauen, die eine Teilzeitbe-schäftigung suchen, unterstützt werden.

Ab Jänner 1998 sollen 15 physisch und psychisch Behinderte für eine spätere Übernahme in den Landesdienst geschult werden.

Lehrlingsoffensive des Landes. Bis Jahresende sollen 50 Jugendliche als Lehrlinge vom Land aufgenommen werden, das Projekt wird zur Zeit vorbereitet und soll im Oktober 1997 beginnen.

"Jobs beim Land": Bis Jahresende will das Land 100 Schulabsolventen aufnehmen und im Rahmen des Dienstpostenplanes
dort beschäftigen, wo ein echter Bedarf besteht.

Die "Initiative 50" läuft im Zentralraum St.Pölten bereits seit 1995 erfolgreich und wurde 1997 auf das Industrieviertel
ausgedehnt. Zielgruppe sind arbeitslose Frauen über 45 und Männer über 50 Jahren, vor allem Langzeitarbeitslose. Grundprinzip ist
ein Personalleasing von drei bis sechs Monaten unter Gewährung eines 33prozentigen Lohnkostenzuschusses.

Rund 100 Frauen sollen bis Jahresende als Tagesmütter
ausgebildet und beschäf-tigt werden. Das ist vor allem für arbeitslose Mütter von kleineren Kindern eine gro-ße Chance.

Das Land baut die Kindergärten weiter aus und beschäftigt dafür ausgebildetes Personal. Im kommenden Kindergartenjahr 1998/99
sollen 100 Absolventinnen der Kindergartenschulen zusätzlich beschäftigt werden.

Durch die Umstrukturierung der Pensionisten- und Pflegeheime des Landes ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Pflege- und Hilfspersonal, im Jahr 1998 werden hier zusätzlich 200 Arbeitsplätze geschaffen.

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