In Österreich leben 20 bis 25 Braunbären

Stand des LIFE-Schutzprogrammes im NÖ Naturschutzbericht

St.Pölten (NLK) - 20 bis 25 Bären bevölkern derzeit die Alpen
in Österreich, etwa die Hälfte davon das Land zwischen Ötscher und Hochschwab. Das ist in einem Bei-trag von Norbert Gerstl vom WWF Österreich nachzulesen, der im vor kurzem er-schienenen NÖ Naturschutzbericht 1995/96 die Meinung vertritt, daß dieser Bären-Bestand "für ein langfristiges Überleben wahrscheinlich zu klein ist". Ein Wachsen des Bestandes hänge aber von einer weiteren Zuwanderung von Braunbären aus Südosteuropa ab und auch davon, ob die Behörden die notwendigen Rahmenbedin-gungen für den Schutz dieser Tierart schaffen können. Gerstl berichtet auch über das durch LIFE-Natur, einem Förderinstrument der EU, das Umweltministerium und die Länder Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten mitfinanzierte Bä-renschutz-Projekt, das für diese Rahmenbedingungen sorgen soll. Neben einem Ma-nagementplan und einer "Eingreiftruppe", die Probleme um die Bären rasch lösen soll, steht vor allem eine großangelegte Informationskampagne im Mittelpunkt des Pro-jekts. 1996 wurden Broschüren und Folder in den Bärengebieten verteilt. Tatsächlich war 1996 - wie auch schon 1995 - ein ruhiges Bärenjahr, erläutert Gerstl: Nur drei "Schadensfälle" und kaum Begegnungen zwischen Menschen und Bären. Seit 1989 wurden in den nördlichen Kalkalpen, die zum Teil zu Niederösterreich gehören, acht bis zehn Bären geboren, von denen aber wahrscheinlich nur die Hälfte die ersten bei-den Jahre überlebten. Gerstl meint in seinem Beitrag auch, daß in den nächsten Jah-ren weitere Bären aus Slowenien und Kroatien zuwandern werden.

Wie Dr. Erhard Kraus von der Naturschutzabteilung des Amtes der NÖ Landesre-gierung heute dazu berichtete, war auch die heurige "Bären-Saison" bisher ruhig. Nur ein zweijähriger Jungbär sei "auffällig" geworden, weil er zweimal in abgestellten Au-tos
Futter roch und daraufhin versuchte, die Wagen zu öffnen. In Bärengebieten sollte man deshalb die Tiere nicht durch größere Futtermengen im Wagen "verführen", meinte Kraus, der auch die Jäger aufrief, keine - in diesen Gegenden übrigens verbo-tenen -"Futterautomaten" für Rehe aufzustellen. Die Bären könnten diese Futterstel-len nämlich ausräumen und so ihre Scheu vor Menschen verlieren. Derzeit sind die Bären, so Kraus, damit beschäftigt, sich den Winterspeck "anzufressen", den sie für das Überleben brauchen. Die bevorzugte Nahrung sind Waldbeeren.

Der reich bebilderte Naturschutzbericht 1995/96 kann gegen eine Schutzgebühr von 50 Schilling bei der Naturschutzabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung, 3109 St.Pölten, Landhausplatz 1, bezogen werden.

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