Pröll bei Tagung Jugendwohlfahrt in Bewegung im NÖ Landhaus

Junge Menschen zu mehr Verantwortung hinführen

St.Pölten (NLK) - Mit dem Thema "Jugendwohlfahrt in Bewegung -Innovationen und Trends" beschäftigt sich heute im NÖ Landhaus in St.Pölten eine Tagung, bei der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit Fachleuten verschiedenster Sparten aus dem In-und Ausland über die Zukunft ihrer Aufgabenbereiche diskutieren. Die soziale Verantwortung, der Weg der Jugendwohlfahrt vom Gestern zum Morgen, eine ver-besserte Zusammenarbeit und Modelle der Verwaltungsreform waren Inhalt der Refe-rate am Vormittag. Mehrere Arbeitskreise am Nachmittag werden sich unter anderem mit dem
Modell "Jugendabteilung 2000", der Zusammenarbeit und der
Konkurrenz zwischen privaten und öffentlichen Trägern sowie mit einer wirksamen Hilfe für die Helfer auseinandersetzen.

In seiner Eröffnungsansprache erinnerte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll an das Motto der Landesakademie "Vordenken, Nachdenken - für Niederösterreich" und meinte, gerade für den Bereich der Jugendwohlfahrt sei dies besonders wichtig, müßte man hier doch neue Wege beschreiten. Die Jugend sei heute Spannungsfel-dern ausgesetzt, wie beispielsweise dem Mißbrauch von Alkohol oder der Drogen-sucht. Ein Spannungsfeld sah Pröll auch in einer
zunehmenden Orientierungslosig-keit, und viele junge Menschen würden eine wachsende Leere verspüren. Gleichzeitig sei ein Rückzug in die Privatsphäre festzustellen. Ursachen für den Wandel ortete der Landeshauptmann im Umfeld, in dem die Jugendlichen
leben, also in der oft fehlen-den Geborgenheit in der Familie, der Scheidungsrate und der - in Niederösterreich vergleichsweise niedrigen - Jugendarbeitslosigkeit. Auch sei in einer zunehmend technisierten Welt die Lösung von Bindungen zu Menschen festzustellen. Als mögli-che Ansatzpunkte nannte der Landeshauptmann eine noch bedürfnisorientiertere Be-treuung und
die Suche nach flexiblen Systemen, die Jugendliche nicht bevormunden. Auch sollte man die jungen Menschen mehr als bisher
in Entscheidungsprozessen einbinden und sie so Schritt um Schritt zur Eigenverantwortung heranführen, damit sie bereit sind, Herausforderungen anzunehmen.

Die Jugendwohlfahrt steht auch in Niederösterreich vor großen Herausforderungen: Ein Problem sieht man in der personellen Besetzung. Die psychosozialen Probleme nehmen zu und werden gleichzeitig komplexer, dagegen werden in einigen Lei-stungsbereichen die Ressourcen knapper. Die Fachleute rechnen mit einer weiteren Zunahme der Scheidungen, mit häufiger auftretenden wirtschaftlichen Notlagen und einem wachsenden Bedarf an familienergänzenden Betreuungsangeboten für Kinder. Weil die Öffentlichkeit positiverweise sensibler gegenüber Gewalt und sexueller Aus-beutung wird, nimmt auch die Zahl der Kriseninterventionen zu. Sorgen bereitet das erwartete Wachsen von Randgruppen, auch sinkt das Einstiegsalter etwa für Alkoho-lismus oder Drogensucht. Außerdem erwartet man eine Abnahme der Zahl der Pfle-geeltern.

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