SJ-Pichler zur Präsidentenfrage: "Weder Empfehlung noch stille Duldung für Klestil. Werden Gespräche mit den Grünen aufnehmen."

Wien (OTS) - SJ-Chef Robert Pichler schloß heute Mittwoch die Unterstützung eines möglichen Kandidaten der Grünen für die Präsidentschaftswahlen 1997 nicht mehr aus. Pichler möchte dies davon abhängig machen, wer für die Grünen mit welchen Inhalten kandidiert. Einer Unterstützung für Klestil und jeder Art von stiller Duldung erklärte Pichler eine klare Absage,

Die jüngsten kritischen Äußerungen von SP-Klubchef Kostelka seien, so Pichler, in die richtige Richtung gegangen. Kostelkas Verweigerungen der Wahlempfehlung für Klestil schloß sich Pichler an, meinte aber, "daß dies nur eine halbe Sache ist. Denn auch eine stille Duldung ist nicht akzeptabel - das käme einer politischen Selbstaufgabe gleich."

Als mögliches Szenario, so Pichler, könne er sich vorstellen, "wenn es keinen eigenen SP-Kandidaten gibt, einen vernünftigen Kandidaten der Grünen zu unterstützen." Diese Unterstützung hängt aber nicht zuletzt davon ab, wie dieser Kandidat sich in der NATO-, Berufsheer- und Sozialstaatfrage positioniere. Pichler: "Ich werden in den nächsten Tagen beginnen, mit den Grünen Kontakt aufzunehmen. Auf Grundlage dieser Gespräche wird es sich für die SJ entscheiden, ob wir eine Wahlempfehlung und -unterstützung für den Kandidaten der Grünen beschließen."

Das positive Signal einer solchen Unterstützung sieht Pichler darin, "daß wenn die SP schon nicht fähig oder willig ist, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, zumindest die strategische Option hin zu zukünftig vielleicht neuen Mehrheiten genutzt werden soll."

Auf parteiinterne Kritik an dieser Postition macht sich Pichler "ohne große Sorgen gefaßt". Als Wahlziel einer solchen Kondidatur von Grünen und Teilen der Sozialdemokratie formuliert Pichler abschließend: "Wahlziel ist eine Stichwahl, ein zweiter Wahlgang. Das möchte ich mir anschauen, daß ein bereits amtierender Präsident sich das freiwillig antut."

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