Textilindustrie: Optimismus ist angesagt

Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 5,8% auf 18,4 Mrd S Pfneisl: "Sind bestens gerüstet für die Zukunft"

Wien (PWK) - "Die österreichische Textilindustrie sieht mit vollen Auftragsbüchern und bestens gerüstet positiv in die Zukunft", konnte Peter Pfneisl, Präsident des Fachverbandes der Textilindustrie, anläßlich der Jahrestagung in Dornbirn berichten. Die ausgezeichnete Entwicklung der Textilindustrie belegte Peter Schinzel, Geschäftsführer des Fachverbandes, mit eindrucksvollen Kennzahlen: im ersten Halbjahr 1997 konnte der Branchenumsatz um 5,8 Prozent auf rund 18,4 Milliarden gesteigert werden. Bis Jahresende rechnet das WIFO mit einer Gesamtsteigerung von 10,9 Prozent. Dies entspricht einer mehr als doppelt so hohen Steigerung, als sie für 1997 für die Gesamtindustrie prognostiziert ist. ****

Basis dieser positiven Entwicklung ist der um ausgezeichnete 9,3 Prozent gestiegene Export. Die Beschäftigungszahl weist mit rund 21.500 lediglich ein Minus von 2,6 Prozent auf. Wie alle derzeitigen Angaben beruhen auch die Werte der Textilindustrie nicht auf offiziellen Statistiken, sondern auf einer, vom Textilverband durchgeführten Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben.

Pfneisl wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, daß ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Erfolges die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sein wird, da der vermehrte Einsatz der Elektronik eine bessere Qualifikation benötigt. Wie wenig der überaus interessante Berufszweig eines Textiltechnikers in den Köpfen der Jugendlichen verankert ist, zeigt die Tatsache, daß "wir für unsere Textilschulen schon fast verzweifelt Schüler suchen, obwohl wir ausgezeichnete Arbeitsplätze anbieten könnten", bedauerte Pfneisl.

Die europäische Textilindustrie muß die Chance nutzen, die Wertschöpfung vom Einzelhandel in die vorgelagerten Stufen zu verlagern. Nur so wird nicht mehr der billigste Einstandspreis einer Ware am Ende das billigste Angebot für den Konsumenten sein. Diese qualitative Entwicklung ist notwendig, denn mit Massenware wird die europäische Textilindustrie keine Chancen mehr im globalen Wettbewerb haben können. Ebenso können klassische Vertriebslinien in Zukunft nicht mehr aufrecht erhalten werden, ergänzt Pfneisl. Alle Stufen werden miteinander kooperieren müssen, um wesentlich schneller auf eine geänderte Verbrauchernachfrage reagieren zu können.

Von der Politik forderte Pfneisl dringend ein Überdenken der enorm hohen Arbeitskosten. Denn auf Dauer könne es sich kein Land leisten auf der einen Seite Spitzenreiter bei den Arbeitskosten zu sein und auf der anderen Seite eines der höchsten Außenhandelsbilanzdefizite aufzuweisen. Warum Benchmarketing für die Politik nicht gelten soll, sei unverständlich, gäbe es doch z.B. mit den Niederlanden ein ausgezeichnetes und seit Beginn der 80er Jahre erprobtes Konzept, wie man mit Arbeitskostendisziplin einer Wirtschaft helfen und vor allem die Arbeitslosenrate um über 50 Prozent senken kann. Pfneisl forderte auch die Gewerkschaft auf, gemeinsam mit den Arbeitgebern Konzepte zur Senkung der hohen Lohnnebenkosten zu erarbeiten. Hier würde sich ein Miteinander viel positiver auswirken, als das Beharren auf vorgefertigten Standpunkten.

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