Autobahnbau im Alpenraum - kein Grund zum Feiern!

Wien (OTS) - Feierlichkeiten zum Durchschlag des A7-Grenztunnels zwischen Bayern und Tirol bei Füssen: CIPRA Österreich (Internationale Alpenschutzkommission) kritisiert Mißachtung der Alpenkonvention und fehlendes Verantwortungsbewußtsein für den sensiblen Alpenraum.

Morgen Mittwoch soll der Durchschlag des "Heike-Tunnels" zwischen Tirol und Bayern erfolgen, mit dem in wenigen Jahren die deutsche Autobahn A7 von Hamburg bis hinter die österreichische Grenze vollendet werden soll. Dazu wurde Mittwoch vormittag in Vils/Füssen eine politische Feierstunde angesetzt. Höchste Vertreter aus München und Bonn werden erwartet, darunter der bayrische Finanzstaatssekretär, dessen Gattin als Tunnelpatin geehrt wurde.

Deutschland: Von Alpenschutz-Musterland keine Rede mehr!"

"Deutschlands Verständnis vom Schutz der Alpen scheint beim Edelweißzählen zu enden", kritisiert CIPRA-Sprecher Reinhard Gschöpf. "Von einer Alpenkonvention, mit der sich Deutschland schon 1994 zum Senken der Belastungen aus dem Verkehr verpflichtet hat, will man in München und Bonn anscheinend nichts mehr wissen!" Eine "schwarze Stunde" für den Schutz der Alpen sei dies, noch dazu an der bayrisch-tirolerischen Grenze, wo eine Autobahn angesichts der Riesenprobleme mit dem Transitverkehr schon lange kein Grund zum Feiern mehr sein dürfte.

Die offizielle Freude Österreichs hält sich wenigstens in Grenzen. Selbst Tirols neuer starker Mann LHStv. Eberle bleibt dem Ereignis -wegen einer Terminkollision - fern. In den Medien hatte es noch vor kurzem geheißen, er werde nicht als Landesvertreter, wohl aber als Außerferner an der Feierstunde teilnehmen. Nun läßt er sich doch durch den Bezirkshauptmann von Reutte vertreten. Von einer Distanzierung vom hochrangigen Straßenbau durch das Außerfern ist aber leider nichts zu hören.

Steinzeitprojekte Fernpaß- und Tschirganttunnel begraben!

Statt halbherzig mitzufeiern, so CIPRA Österreich, sollten die Verantwortlichen sich endlich an die verkehrspolitische Trauerarbeit machen. Eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik im Alpenraum, die den Bürgern und nicht der Beton- und Transitlobby nützt, verträgt keine Leichen im Keller. Im Außerfern und im Tiroler Oberland hieße dies insbesondere, sich endlich vom Steinzeitprojekt der Schnellstraße Ulm-Mailand über Fernpaß und Tschirgant zu verabschieden. Dazu müßten nur endlich die Vorgaben, zu denen man sich im Rahmen der ARGE ALP oder der Alpenkonvention ständig bekennt, auch in die politische Tat umgesetzt werden. Ansonsten sei die Glaubwürdigkeit Tirols als unschuldiges Opfer des Transitverkehrs schwer gefährdet, so CIPRA Österreich abschließend.

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CIPRA Österreich
Mag. Reinhard Gschöpf
Tel.: (01) 40 113/36

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