Offener Brief an den Österreichischen Nationalrat

Wien (OTS) - Sehr geehrte Damen und Herren, wie Ihnen sicher
bekannt ist, soll das Thema "Austropop" auf Initiative der SPÖ-Abgeordneten Günther Kräuter und Walter Guggenberger im Petitionsausschuß des Nationalrates behandelt werden. Ziel ist es, den Sendeanteil österreichischer Musik im Programm Ö3 des Österreichischen Rundfunks zu erhöhen. Am 2. Oktober 1997 soll dann ein parlamentarisches Hearing zum Thema "Österreichische Note -Präzisierung des Rundfunkgesetzes" stattfinden.

Die "Austrian Music Producers" (AMP) ist die Vereinigung unabhängiger Musikproduzenten Österreichs. Als Interessensvertretung der Independents in unserem Land betrachtet es die AMP als ihre wesentlichste Aufgabe, Plattform zu sein für die vielfältigsten musikalischen Aktivitäten und Initiativen. Bedauerlicherweise wird der österreichische Markt aber von den multinationalen Konzernen in erster Linie als Käufer- und nicht als Produzentenmarkt eingeschätzt. Das bedeutet, daß die für die aktive Musikszene in unserem Land beigestellten Ressourcen gering und die ihnen zugedachten Initiativen beschränkt sind.

Umso wichtiger erscheint daher der AMP, vor allem auch in Hinblick auf den negativen volkswirtschaftlichen Aspekt eines ungehinderten Abganges von Lizenzabgaben in das zumeist außereuropäische Ausland (von 4,5 Milliarden Schilling, die am Tonträgersektor erwirtschaftet werden, bleiben nur 6 % in Österreich!), eine vermehrt positive Einstellung zu unserer eigenen Musikszene zu fördern. Denn Österreich besitzt nicht nur eine großartige musikalische Tradition, sondern auch eine aktive, lebendige und moderne Musikszene, die keinen Vergleich mit der angloamerikanischen zu scheuen braucht und die weitaus mehr Beachtung, Medienpräsenz und Förderung verdient.

Die AMP besteht seit mehr als 10 Jahren und ist die gemeinsame Plattform von rund 30 Audio-, Videoproduzenten und -studios, sowie Musikverlegern und -vertrieben mit Sitz in Österreich, die in einer konstruktiven, von einer positiven Einstellung getragenen, unbürokratischen und konsequenten Weise alle einschlägigen Initiativen unterstützt. Gleichzeitig fördert sie alle jene Bemühungen, die einer Verbesserung der kulturellen Leistungsbilanz unseres Landes nützlich sind.

Damit schaffen die Mitglieder der AMP schon seit langem und auch weiterhin die Basis dafür, daß die Rundfunkanstalten über Qualitativ entsprechendes, österreichisches Material verfügen können.

Die Mitglieder der AMP stehen Ihnen in diesem Zusammenhang auch gerne für jede Auskunft, jeden Dialog und für jede Kooperation zur Verfügung, die österreichischen Interpreten eine vermehrte Präsenz in den Programmen des ORF ermöglichen.

Wir meinen, daß die Volksvetreter nunmehr ebenfalls gefordert sind, die Anliegen der österreichischen Musikszene zu unterstützen und sprechen gleichzeitig an Sie die Einladung aus im Rahmen eines unserer nächsten Jour fixes im Kreis des Vorstandes der AMP weitere Ansatzpunkte mit uns zu diskutieren und die sich daraus ergebenden Aktivitäten abzustimmen.

Wir freuen uns schon auf Ihr diesbezügliches Interesse und erwarten Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Georg Strzyzowski, Obmann Wilhelm Weiss, Schriftführer

Rückfragen & Kontakt:

AMP, Austrian Music Producers
Wilhelm Weiss
Tel.: 02236/45546

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