Conrad Laib

Wien (OTS) - Eine Ausstellung der Österreichischen Galerie Belvedere im Museum mittelalterlicher Kunst, Rennweg 6, 1030 Wien

19. September bis 26 Oktober 1997
Eröffnung: Donnerstag, 18. September 1997, 17.30 Uhr Presseführung: Donnerstag, 18. September 1997, 11 Uhr

Zwei jüngst restaurierte Hauptwerke von Conrad Laib, dem bedeutendsten Salzburger Maler aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Herbstausstellung aus der Reihe "Bedeutende Kunstwerke, gefährdet - konserviert - präsentiert", die in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt seit 1992 durchgeführt wird: dem Salzburger Kreuzigungsbild von 1449 (aus dem Bestand der Österreichischen Galerie Belvedere) wird das Grazer Dombild von 1457 gegenübergestellt.

Ergänzend sind in der Ausstellung weitere Tafelbilder von Conrad Laib zu sehen, die Einblick in seine künstlerische Entwicklung gewähren. Sowohl vom italienischen Trecento als auch von der böhmischen Malerei ist der Maler in seinem Frühwerk geprägt, das vor allem durch die Bischofshofener Ablaßtafel und die Freisinger Tafel der Geburt Christi repräsentiert wird. Die Salzburger Tafeln der Heiligen Primus und Hermes markieren den Stilwandel. Man nimmt an, daß die aufeinander bezogenen Bildnisse der beiden Heiligen, die als Standfiguren mit expressivem Mienenspiel dargestellt sind, den Aufsatz eines vielfigurigen Altarbildes bildeten. Einen besonders interessanten Stil entwickelte Laib in der Folge vor allem aufgrund der Tatsache, daß in seinem Werk oberitalienische mit altniederländischen Einflüssen verschmelzen, was besonders an den beiden bereits erwähnten Kreuzigungsbilder zum Ausdruck kommt. Formenreichtum und Bildkomposition lassen auf Vorbilder wie Altichiero ebenso wie auf niederländische Anregungen (Hubert van Eyck) schließen. Bei der Verarbeitung dieser heterogenen Einflüsse fand er zu individuellen und zukunftweisenden Lösungen in Bildaufbau und Malweise.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender und reich illustrierter Katalog, der die konservatorischen und restauratorischen Probleme ebenso beleuchtet wie die kunsthistorische Entwicklung Conrad Laibs.

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Österreichische Galerie Belvedere
Monika Mayer, Gabriele Spindler
Tel.+Fax: 01/795 57-113

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