Anja Retter vom Leben ausgeschlossen: Vorgangsweise ist verfassungswidrig

Wien (OTS) - Die gehörlose Anja Retter aus Reutte in Tirol darf auch heuer wieder nicht ihre Wunschschule besuchen. Für die Öst. Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR, Dachorganisation der Behindertenverbände) widerspricht diese Vorgangsweise der Behörden der erst im Juli beschlossenen Anti-Diskriminierungsbestimmung in der österreichischen Verfassung. äIntegration wurde zum Staatsziel erklärt," so ÖAR-Präsident Dr. Klaus Voget. "Dennoch werden die Lebensperspektiven eines Mädchens drastisch eingeschränkt, ihr eigener Wunsch nach Integration für ihr gesamtes Leben wird nicht akzeptiert."****

Seit 9. Juli gilt eine Anfügung zum Artikel 7, Abs. 1 des Bundesverfassungsgesetzes mit folgendem Wortlaut: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Republik äBund, Länder, Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten." Diese Bestimmung wurde einstimmig beschlossen.

Voget: "Entweder nimmt die ranghöchste Lehrerin der Nation, Ministerin Gehrer, die Verfassung nicht ernst, oder ihre Beamten sind nicht auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung. Anders kann die Vorgangsweise der Schulbehörden im Fall Anja Retter nicht erklärt werden."

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Birgit Primig-Eisner
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