Mitteilung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Mitteilung des Österreichihschen Presserates:

1) Der Presserat hat in seiner Sitzung am 10. September
1997 in Ergänzung zum Spruch vom 9. Juli 1997 einstimmig festgestellt, daß das Monatsmagazin "Wiener", Ausgabe Juli/97 im Beitrag "Skandal in der Kultusgemeinde. Die guten Geschäfte mit dem schlechten Gewissen" und in der Rubrik "intern" die Berufspflichten der Presse grob verletzt und das Ansehen der Presse schwer geschädigt (§13 (2) d.2. und § 13 (2) f.2. Geschäftsordnung) hat.

Die Autoren des Artikels verletzten die gebotene journalistische Sorgfaltspflicht durch das Unterlassen von Gegenrecherchen. Im "Editorial" in der Ausgabe August/97 wurde verabsäumt, die Unhaltbarkeit der Vorwürfe gegen die IKG zurückzunehmen; es wurde lediglich das Bedauern dafür veröffentlicht, daß "verunglückte Formulierungen" "weh tun". Dafür hat sich das Magazin entschuldigt, doch keine inhaltliche Richtigstellung vorgenommen. Ein Interview mit der Spitze der IKG allein genügte nach Ansicht des Presserats nicht. Als besonders bedauerlich bezeichnet der Presserat die Tatsache, daß das Magazin den Spruch vom 9. Juli 1997 seinen Lesern nicht zur Kenntnis gebracht hat.

Der Presserat erkannte einstimmig, auch diesen heutigen Spruch zu veröffentlichen.

2) Der Presserat hat in seiner Sitzung vom 10. September 1997 einstimmig festgestellt, daß Wilhelm Theuretsbacher im Beitrag "Der Journalist, der zuviel wußte" und die Tageszeitung "Kurier" durch die Veröffentlichung des Blattaufmachers "Neuer Verdächtiger im Bombenfall Ebergassing" in der Ausgabe vom 2. August 1997 laut § 13(2) d.2. bzw. § 13 (2) c.2. Geschäftsordnung die Berufspflichten der Presse grob verletzt und duch die Veröffentlichung das Ansehen der Presse schwer geschädigt haben.

Eine Täuschung der Leser wurde fahrlässig durch die Formulierung "neuer Verdächtiger" in Kauf genommen und die Vorspiegelung neuester Entwicklungen weit zurückliegender Erhebungen bewirkt.

Der Presserat erkannte einstimmig auf Veröffentlichung dieses Spruchs.

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Tel.: 0732/68 35 97

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