Anpassungsweiterbildung im Beruf immer wichtiger

Gesamtausgaben von Unternehmen und Bevölkerung mit 22,5 Mrd Schilling berechnet

Wien (PWK) - "Rechnet man die Ausgaben der Unternehmen und der Bevölkerung für die Weiterbildung zusammen, ergibt sich eine beachtliche Zahl von 22,5 Milliarden Schilling, die allein vom privaten Sektor aufgebracht werden", faßt WIFI-Kurator Eduard Leischko das Ergebnis eines laufenden ibw-Projektes, das jüngste Bevölkerungs- und Unternehmensbefragungen auswertet, zusammen. "70 Prozent der Betriebe verzeichneten in den letzten drei Jahren wachsende Ausgaben für die Weiterbildung, deren prioritäres Ziel die Anpassung an aktuelle und zukünftige berufliche Erfordernisse durch ständig neue Entwicklungen ist". ****

"Die 22,5 Mrd Schilling für die Weiterbildung setzen sich aus etwa 11,7 Mrd Schilling Aufwendungen der Wirtschaft und 10,8 Mrd Schilling Ausgaben der Weiterbildungsteilnehmer zusammen, wobei sich die Rolle der Unternehmen als Antriebskraft zur beruflichen Weiterbildung in den 90er Jahren wesentlich erhöht hat. Lag der Anstoß zur Weiterbildung durch die Unternehmen 1989 noch bei 33 Prozent, erhöhte sich der Wert 1996 auf 51 Prozent", stellt Arthur Schneeberger vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) fest. Branchenspezifische Fachkenntnisse, Verkaufstraining und EDV-Weiterbildung sind die häufigsten Themen aus der Sicht der Betriebe, wie die ibw-Befragung Anfang 1997 ergab. Fächerübergreifende Themen wie Kommunikation, Mitarbeiterführung und Persönlichkeitsentwicklung weisen ebenso eine relativ hohe Häufigkeit auf.

Das persönliche Interesse der Berufstätigen als Anstoß zur beruflichen Weiterbildung, das mit 82 Prozent sehr groß ist, wird nur zum geringen Teil durch traditionelle Aufstiegsfortbildung und immer stärker durch die berufliche Anpassungsfortbildung bestimmt. "Der Erhalt der beruflichen Qualifikation, die ständig vor neuen Anfordernissen steht, spielt eine immer größere Rolle und Notwendigkeit", so Schneeberger.

"Bezüglich firmenexterner Weiterbildungsmöglichkeiten stehen aus der Sicht der Unternehmen die WIFIs mit 45 Prozent, Schulungsabteilungen anderer Unternehmen mit 20 Prozent und private Anbieter mit 19 Prozent im Vordergrund", so WIFI-Kurator Leischko. In firmeninternen Schulungen, dem zweiten Standbein der beruflichen Weiterbildung, wurden 37 Prozent der Berufstätigen gemäß einer Bevölkerungsumfrage aus dem Vorjahr ausgebildet.

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Dr. Herwig Schmidbauer

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