- 11.09.1997, 10:30:05
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- OTS0077
Anpassungsweiterbildung im Beruf immer wichtiger
Gesamtausgaben von Unternehmen und Bevölkerung mit 22,5 Mrd Schilling berechnet
Wien (PWK) - "Rechnet man die Ausgaben der Unternehmen und der
Bevölkerung für die Weiterbildung zusammen, ergibt sich eine
beachtliche Zahl von 22,5 Milliarden Schilling, die allein vom
privaten Sektor aufgebracht werden", faßt WIFI-Kurator Eduard
Leischko das Ergebnis eines laufenden ibw-Projektes, das jüngste
Bevölkerungs- und Unternehmensbefragungen auswertet, zusammen. "70
Prozent der Betriebe verzeichneten in den letzten drei Jahren
wachsende Ausgaben für die Weiterbildung, deren prioritäres Ziel die
Anpassung an aktuelle und zukünftige berufliche Erfordernisse durch
ständig neue Entwicklungen ist". ****
"Die 22,5 Mrd Schilling für die Weiterbildung setzen sich aus etwa
11,7 Mrd Schilling Aufwendungen der Wirtschaft und 10,8 Mrd Schilling
Ausgaben der Weiterbildungsteilnehmer zusammen, wobei sich die Rolle
der Unternehmen als Antriebskraft zur beruflichen Weiterbildung in
den 90er Jahren wesentlich erhöht hat. Lag der Anstoß zur
Weiterbildung durch die Unternehmen 1989 noch bei 33 Prozent, erhöhte
sich der Wert 1996 auf 51 Prozent", stellt Arthur Schneeberger vom
ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) fest.
Branchenspezifische Fachkenntnisse, Verkaufstraining und EDV-
Weiterbildung sind die häufigsten Themen aus der Sicht der Betriebe,
wie die ibw-Befragung Anfang 1997 ergab. Fächerübergreifende Themen
wie Kommunikation, Mitarbeiterführung und Persönlichkeitsentwicklung
weisen ebenso eine relativ hohe Häufigkeit auf.
Das persönliche Interesse der Berufstätigen als Anstoß zur
beruflichen Weiterbildung, das mit 82 Prozent sehr groß ist, wird nur
zum geringen Teil durch traditionelle Aufstiegsfortbildung und immer
stärker durch die berufliche Anpassungsfortbildung bestimmt. "Der
Erhalt der beruflichen Qualifikation, die ständig vor neuen
Anfordernissen steht, spielt eine immer größere Rolle und
Notwendigkeit", so Schneeberger.
"Bezüglich firmenexterner Weiterbildungsmöglichkeiten stehen aus
der Sicht der Unternehmen die WIFIs mit 45 Prozent,
Schulungsabteilungen anderer Unternehmen mit 20 Prozent und private
Anbieter mit 19 Prozent im Vordergrund", so WIFI-Kurator Leischko. In
firmeninternen Schulungen, dem zweiten Standbein der beruflichen
Weiterbildung, wurden 37 Prozent der Berufstätigen gemäß einer
Bevölkerungsumfrage aus dem Vorjahr ausgebildet.
Die aktuelle ibw-Studie zeigt laut Schneeberger allerdings auch,
daß es noch weiterer Stimulierung zur Weiterbildung bedarf. Sechs von
zehn Berufstätigen sind derzeit weiterbildungsaktiv (58 Prozent), 79
Prozent wollen sich in Zukunft weiterbilden. Als Hemmfaktoren werden
von den Berufstätigen Zeitmangel, Fragen der Finanzierung und die
Erreichbarkeit der Weiterbildungseinrichtungen genannt. Daraus ergibt
sich für WIFI-Kurator Leischko die Forderung, "Investitionen von Zeit
und Geld in die berufliche Weiterbildung auf drei Ebenen, der
betrieblichen, individuellen, aber auch volkswirtschaftlichen
anzusiedeln". "Mit dem Einsatz von 22,5 Mrd Schilling zeigen die
Betriebe und die Bevölkerung eine relativ hohe
Weiterbildungsgesinnung. Das von mir Anfang heurigen Jahres
geforderte 'persönliche Weiterbildungskonto' von 4.000 Schilling für
etwa 500.000 Beschäftigte könnte berufliche Weiterbildung einem noch
größeren Personenkreis ermöglichen beziehungsweise den finanziellen
Zugang erleichtern", so Leischko abschließend unter Hinweis auf die
Ausgaben des Staates für die Erstausbildung (Schul- und
Hochschulbildung) von 100 Mrd Schilling, für die Erwachsenenbildung
von 130 Mio Schilling und für die berufliche Weiterbildung von nur
18,5 Mio Schilling.
(Schluß) Pt
Rückfragehinweis: Dr. Herwig Schmidbauer
WIFI
50105/3113
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