WIEDERHOLUNG OTS0082 OeNB - Rosa Mayreder und Karl Landsteiner KURZFASSUNG

Wien (OTS) - Rosa Mayreder und Karl Landsteiner: Zwei große Österreicher auf neuen 500- und 1000-Schilling-Scheinen Utl.:
Persönlichkeiten der Vergangenheit auf "High-tech" -Banknoten der Zukunft - Neue Schilling-Banknoten sind Brückenschlag zum Euro=

wien (OTS) - Wenn am 20. Oktober 1997 neue 500- und 1000-Schilling-Banknoten auf dem letzten Stand der Sicherheitstechnik ausgegeben werden, so erfüllt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) damit auch eine kulturpolitische Aufgabe: nämlich den Österreicherinnen und Österreichern herausragende heimische Persönlichkeiten nahezubringen.

Auch diesmal sind auf den Banknoten große Landsleute abgebildet, die richtungsweisende Leistungen erbracht haben: Rosa Mayreder, Malerin, Schriftstellerin und führend Theoretikerin der Frauenbewegung um die Jahrhundertwende, befindet sich auf dem 500-Schilling-Schein; Karl Landsteiner, Entdecker der Blutgruppen und Nobelpreisträger für Medizin, ist auf dem Tausender verewigt.

Rosa Mayreder und Karl Landsteiner

Rosa Mayreder kommt 1858 in Wien als Rosa Obermayer zur Welt. Schon früh leidet sie unter der Ungerechtigkeit, daß ihr als Mädchen die Welt des Geistes verwehrt bleiben soll. 1881 heiratet sie den Technikstudenten Karl Mayreder. In der Wohnung des Ehepaares trifft sich die liberale Intelligenz, darunter der Philosoph Rudolf Steiner und der Komponist Hugo Wolf. Bekannt wird Rosa Mayreder zunächst als Malerin, doch fühlt sie sich vor allem zur Schriftstellerei berufen; im Mittelpunkt ihres Schaffens steht der Kampf um die Gleichstellung der Frau. Sie gründet eine "Kunstschule für Frauen und Mädchen" und ist Mitbegründerin des "Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins". Obwohl sie ihre Umgebung schockiert, indem sie sich schon als 18jährige vom verhaßten Mieder befreit und dem Schachspiel - damals einer "Männdomäne" widmet, versteht sie sich nicht als Aktivistin, sondern als Künstlerin. Ihre überragende Bedeutung liegt vor allem darin, daß sie der Forderung nach einem neuen Frauenbild eine theoretisch fundierte Basis gibt, vor allem mit ihrer Essaysammlung "Zur Kritik der Weiblichkeit" (1905). Rosa Mayreder stirbt am 19. Jänner 1938.

Karl Landsteiner, Arzt und Immunologe, hat durch seine Forschungsarbeit - vor allem durch die Entdeckung der Blutgruppen -zahllose Menschenleben gerettet. Geboren wird er 1868 in Baden bei Wien. Er studiert Medizin an der Universität wo er 1891 promoviert. Landsteiner hat sein gesamtes Leben der Forschung gewidmet: Im Jahr 1900 kann er nachweisen, daß Blut nicht gleich Blut ist; er gibt den Blut die Namen A, B und C (heute als 0 bezeichnet). Seine Entdeckung ermöglicht die Einrichtung von Blutbanken und die Durchführung bis dahin unmöglicher Operation. In den nächsten Jahren verfeinert er die Methode der Syphilis-Diagnose; 1908 kann er den Zusammenhang zwischen Polio-Virus und Kinderlähmung nachweisen - Voraussetzung für die spätere Herstellung eines Polio-Impfstoffes. Dennoch verläuft seine wissenschaftliche Karriere zögerlich; er wandert nach Holland und schließlich nach New York aus. Dort erfährt er - bereits als amerikanischer Staatsbürger - endlich die lange verwehrte Anerkennung: 1930 erhält er den Nobelpreis für Medizin. Landsteiner forscht bis ins hohe Alter, aber der Erkenntnis, daß er seiner Frau die an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, nicht helfen kann, hält er nicht stand: Am 26. Juni 1943 stirbt er an einem Herzanfall.

Neueste Sicherheitstechnik

Um den hohen Sicherheitsstandard heimischer Banknoten weiterhin zu gewährleiste warten die neuen 500- und 1000-Schilling-Geldscheine mit den besten derzeit verfügbaren Sicherheitsmerkmalen auf, darunter ein Kinegram®, wie es bereits vom Fünftausender bekannt ist. Das aufwendige Herstellungsverfahren ermöglicht eine Sicherheitsausstattung, die bereits dem Standard der künftigen Euro-Noten entspricht - welche ja ebenfalls vom OeNB-Banknotendesigner Robert Kalina entworfen wurden. So leisten die beiden Geldscheine auch einen Brückenschlag zur gemeinsamen europäischen Währun

Daß die 500- und 1000-Schilling-Banknoten gerade jetzt ausgetauscht werden, entspricht dem üblichen Lebenszyklus der Geldscheine. Der elf Jahre alte Fünfhunderter und der vierzehn Jahre alte Tausender sind durch die technische Entwicklung überholt. Um den sicherheitstechnischen Vorsprung zu halten, wurden nur die fälschungsgefährdetsten Banknoten der laufenden Serie ersetzt. Da alte Banknoten aber ohnehin laufend ausgetauscht werden müssen, fallen bei einer Umstellung nur die Entwicklungskosten an.

Mit dem Banknoten-Austausch ist Österreich in bester Gesellschaft:
Auch die Notenbanken von Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden haben noch vor der Euro-Einführung neue Banknoten herausgegeben.

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