"Freunderlwirtschaft" an der Spitze des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV)

Tierhilfswerk Austria übt scharfe Kritik an "Rottweiler-Geschenk"

Wien (OTS) - Jährlich unterstützt der Österreichische Kynologenverband - obwohl durch die Satzungen nicht gedeckt - die Militärhundstaffel mit 50.000 Schilling. Als Dankeschön überreichte das Bundesheer dem Präsidenten des ÖKV, Karl P. Reisinger, eine Rottweilerhündin, deren "Marktwert" mindestens 100.000 Schilling beträgt. Für das Tierhilfswerk Austria ein Skandal.

"Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, wohl aber dem ÖKV-Präsidenten auf die Finger, wenn er ein Geschenk in dieser Höhe annimmt, vor allem, wenn es unterm Strich vom Steuerzahler bezahlt wird", übt THWA-Präsident Christian Janatsch scharfe Kritik.

Nach Auskunft des Österreichischen Rottweiler Klubs sind die 100.000 Schilling "Marktwert" als Untergrenze anzusehen. Aus Erfahrung kann angenommen werden, daß inländische Züchter bereit sind, das Doppelte zu zahlen. Liebhaber - beziehungsweise internationaler Marktwert betragen bis zu 400.000 Schilling. Hinzu kommt, daß von der Hündin mindestens sechs Würfe zu erwarten sind. Das wären im Schnitt 36 Welpen bei einem Normalpreis von 15.000 Schilling pro Hund; ohne besondere Berücksichtigung der Abstammung also mindestens 540.000 Schilling, oder 90.000 Schilling jährlich.

Dazu Janatsch: "Bedenkt man, daß der jährliche Aufwand für Futter, Tierarzt etc. etwa 18.000 Schilling ausmacht, erzielt Karl P. Reisinger auf Kosten des ÖKV wie auch des Steuerzahlers lukrative Gewinne."

Nach Ansicht des Tierhilfswerk Austria darf Präsident Reisinger die Hündin nicht als Geschenk annehmen. Wenn schon ein Geschenk, dann gebührt es dem ÖKV als Institution, nicht aber als Einzelperson.

Mag. Alexander Willer, Kampagneleiter Hunde beim THWA: "Durch den Deal rund um die Rottweiler-Hündin, hat Präsident Reisinger erneut seine recht eigenwillige Auffassung von Seriosität unter Beweis gestellt. Er ist es auch, der in den Medien den Handel mit den vielfach kranken "Osthunden" kritisiert, gleichzeitig aber den osteuropäischen Staaten Tür und Tor in den Welthundeverband FCI öffnete."

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Tierhilfswerk Austria
Christian Janatsch
Tel.: 02243/229 64

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