Gehrer unterstützt ungewollt Softwarehersteller

Wien (OTS) - Bundesministerin Gehrer hat mit ihrer Rechtschreibreform der Softwareindustrie zu Aufträgen verholfen, die in Milliardenhöhe klettern werden - stellt der Österreichische Gewrbeverein in einer Aussendung fest. Grundsätzlich ist diese Tendenz für eine Wirtschaftsinteressensvertretung wie dem ÖGV sehr erfreulich.

Daß aber die Berater der Frau Ministerin und Frau Gehrer selbst so wenig Erfahrung mit EDV-Datenbanken haben, daß sie nicht wissen, was passiert, wenn man das Suchwort "Gämse" künftig eingeben wird und die gesuchte "Gemse" nicht finden wird, ist schon sehr merkwürdig. Damit man künftig die Gemse via Gämse auffinden wird können, dazu bedarf es einer sehr aufwendigen Software. Diese Software muß immerhin ein Prozent des gesamten deutschen Wortschatzes beinhalten.

Mit der Rechtschreibreform wird also nicht nur eine große Umgewöhnung in unserem Lebensstil einkehren, wir werden einen echten Kulturbruch erleben, da wir das Wissen aus alten computergestützen Datenbanken nicht mehr einfach abrufen können.

Das ist peinlich für eine Partei, die als Ziel ihrer Bildungspolitik u. a. formuliert, daß jeder 14-jährige einen Computer bedienen (und hoffentlich auch verstehen) muß. Die über 14-jährigen im Unterrichtsministerium haben jedenfalls zur EDV kein besonderes Naheverhältnis.

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