Umfrage der Sektion Industrie der Wirtschaftskammer Salzburg: Tendenz zur Konjunkturbelebung nur schwach ausgeprägt

Noch fehlen nachhaltige Impulse

Salzburg (OTS) - Für Salzburg stellte jüngst das Wirtschaftsforschungsinstitut fest, daß die Salzburger Industrie trotz Erholungstendenzen noch nicht ausdem Konjunkturtief herausgefunden hat. Expansive und rezessive Kräfte halten einander die Waage. Diese Aussage wird nun durch eine aktuelle Umfrage der Sektion Industrieder Wirtschaftskammer Salzburg bestätigt. "Nach wie vor fehlen nachhaltige Impulse, die für einen spürbaren und anhaltenden Konjunkturaufschwung erforderlich sind", stellt der stellvertretende Sektionsobmann der Industrie, Komm.-Rat Dipl.-Ing. Ernst Mayer, fest.

Dennoch zeichnet sich ein schwacher Silberstreif am Horizont ab:
Zwei Drittel der Betriebe können im 1. Halbjahr 1997 auf einen gestiegenen Produktionswert gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verweisen. Dieser positive Trend betraf mit Ausnahme der Säge- und Bauindustrie alle Industriesparten. Dies beruht vor allem auf einer deutlichen Verbesserung der Auslandsnachfrage, die in Einzelfällen Exportsteigerungen his zu 25% brachte. Einen Exportrückgangverzeichneten 15% der Betriebe.

Was die Investitionstätigkeit betrifft, so gleichen sich positive und negative Gesichtspunkte aus: nur rund die Hälfte der Betriebe investiert im heurigen Jahr in Erweiterungen. Für 1998 planen zwar nicht mehr Industrieunternehmen Erweiterungsinvestitionen, allerdings wird die Investitionssumme höher ausfallen. Nach wie vor wird stark rationalisiert: zwei Drittel der befragten Industriebetriebe planen 1989 Rationalisierungsinvestitionen. Insgesamt ist aber im kommenden Jahr kein Investitionsschub zu erwarten.

Insgesamt hat sich auch die Beschäftigtensituation nichtverbessert. Zwar erhöhte ein Drittel der Betriebe denBeschäftigtenstand, zwei Drittel haben jedoch gegenüber dem ersten Halbjahr 1996 ihr Personal verringert.

"Hire and fire" ist nicht Sache der Salzburger Industrie

Zur Personalentwicklung insgesamt betonten die Industriebetriebe, daß bevor sich die Konjunktursituation nicht tatsächlich stabilisiert hat, auch kein Beschäftigungsimpulse zu erwarten sind, da es nicht zur Beschäftigungskultur der Salzburger Industrie gehört, Mitarbeiter einzustellen, wenn deren längerfristige Beschäftigungsmöglichkeit nicht gesichert ist und es kurzfristig wieder zu Freistellungen kommen müßte.

Wechselkurseffekte alleine sind zu wenig

"Die insgesamt eher bescheidenen Belebungstendenzen, die sich noch dazu noch stabilisieren müssen, sind natürlich auch auf die Verbesserung der Wechselkurssituation und auf Rationalisierungserfolge zurückzuführen", analysiert Sektionsgeschäftsführer Dr. Klaus Rainer die derzeitige Lage: "Noch zeichnet sich keine starke undanhaltende Nachfrage in Westeuropa ab, die die österreichische Industriekonjunktur beflügeln könnte Wechselkurseffekte alleine sind zu wenig." Das bedeutet aber auch, daß jedenfalls die Mehrzahl der Salzburger Industriebetriebe keinerlei Spielraum für zusätzliche Kostenbelastungen haben, sei es in Form vom Lohnerhöhungen, sei es durch Anhebung von Lohnnebenkosten oder sonstige budgetbedingte Zusatzbelastungen. "An die Adresse der Gewerkschaften gerichtet heißt das, daß es im kommenden Herbst nichts Zusätzliches zu verteilen gibt. Vielmehr sind gemeinsame Bemühungen notwendig, um die Verluste,Markteinbrüche und geänderten Wettbewerbsbedingungen der zurückliegenden Jahre einigermaßen zu verkraften", stellt dazu Komm.-Rat Mayer abschließend fest.

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Sektion Industrie,
Dr. Klaus Rainer , Tel. 0662/8888-303

Wirtschaftskammer Salzburg,

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