Großbritannien - Motor der zweiten Eurogruppe?

EU-Effekt und britische Konjunktur beflügeln Österreichs Lieferungen - Pfundstärke wirkt sich bisher kaum aus

Wien (PWK) - Österreich gewinnt Marktanteile in Großbritannien, meldet Handelsdelegierter Rudolf Engel aus London. Mit einem Anstieg von 20,5 Prozent im ersten Quartal 1997, der auf einen Zuwachs von 13 Prozent im Gesamtjahr 1996 folgte, haben sich die österreichischen Lieferungen nach Großbritannien besser entwickelt als jene der meisten Mitbewerber. Die heimischen Firmen hätten die florierende britische Konjunktur gut genützt, vor allem aber sei nun, zwei Jahre nach dem EU-Beitritt, der Binnenmarkt-Effekt voll zum Tragen gekommen, erklärt Engel. Für die Briten sei Österreich jetzt "auf der Landkarte". ****

Das starke britische Pfund sei - wenn überhaupt - so nur in geringem Maße für die Liefererfolge verantwortlich, betont Engel. Veränderungen in der Währungsparität wirken sich immer erst nach einer gewissen Zeit auf den Außenhandel aus, und der Höhenflug des britischen Pfundes hat erst in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingesetzt. Die Pfundstärke gegenüber dem Schilling werde sich, soferne sie anhält, erst im Laufe des heurigen Jahres zumindestens konsolidierend auf die österreichischen Exporte auswirken, meint Engel.

Großbritannien ist Österreichs fünftwichtigster Handelspartner. 1996 betrugen die Lieferungen 21,6 Mrd S , die Einfuhren 21,5Mrd S. Daraus ergibt sich erstmals seit langem eine aktive Handelsbilanz.

Großbritannien wird mit größter Wahrscheinlichkeit die Maastricht-Kriterien erfüllen, glaubt Engel. Der Großteil der britischen Entscheidungsträger befürwortet zumindest inoffiziell ddie Einführung des Euro und bezweifelt nicht, daß der Beitritt zur WWU früher oder später kommen wird. Die Bevölkerung ist allerdings mehrheitlich noch euro-skeptisch und muß von den Vorteilen einer stabilen Währung noch überzeugt werden. Engel hält es daher für eher unwahrscheinlich, daß Großbritannien schon bei der ersten Gruppe der Euro-Länder dabei sein wird. In der zweiten Euro-Welle werde Großbritannien aber eine "richtungweisende und betreibende" Rolle spielen.

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Dkfm. Heinrich Baminger

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