Gewerbeverein: Vignette: Die unendliche Geschichte

Wien (OTS) - Was tut ein deutscher Autofahrer, der im Jänner 1997 eine österreichische Jahres-Autobahnvignette erwarb, auf seine Windschutzscheibe klebte und diese im Februar wegen Glasbruchs ausgetauscht werden mußte, wenn er im Sommer 1997 wieder nach Österreich kommt?

1) Er geht an der Grenze - etwa in Scharnitz - zum Schalter, zückt die Rechnung und will ein neues Pickerl eintauschen.
2) Die Verkäuferin weist dieses Ansinnen brüsk zurück.
3) Der ratlose Autofahrer fragt, was nun zu tun sei. Die Verkäuferin reicht ihm einen Zettel mit der Adresse einer Frau Dannbauer in Salzburg, die offensichtlich die Vignetten-Tauschzentrale ist. Wie dorthin gelangen, ohne stundenlange strafweise auf Landstraßen dahinzukriechen? Das genannte Vorgehen steht so in der Novelle zum Pickerlgesetz. Autofahrer haben ja nichts anderes zu tun, als permanent den Staat um seine Gebühren und Steuern zu bringen.
4) Wenn der Autofahrer ein dickes Fell hat, fährt er nun einfach "vignettenfrei" an sein Ziel - etwa ins Stubaital - und geht dabei das Risiko, erwischt zu werden ein.
5) Wenn der Autofahrer aber nicht unbedingt Österreich braucht, ist er über alle Berge; am Brennerpaß nimmt er den Umweg über die Bundesstraße und schon ist er in Südtirol. Dort zahlt man zwar auch Autobahnmaut, aber auf würdigere Weise als in Österreich.

Tourismus und Vignetten sind zufällig im gleichen Ministerium -jenem für wirtschaftliche Angelegenheiten- angesiedelt.

Mit unseren Vignetten haben wir den Deutschen schon die Pointen für den Karneval geliefert. Mit dieser Vignetten-Geschichte und der zerbrochenen Windschutzscheibe des deutschen Touristen beschäftigte sich immerhin Deutschlands renommierteste Wochenzeitung. Über Publizität braucht sich die Österreich-Werbung nicht zu beklagen - so der Österreichische Gewerbeverein.

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