Reinl-Stiftung fördert junge Komponisten und Harfenisten

Wettbewerb mit insgesamt 240.000 Schilling dotiert - Preisträger stellen Werke bei Konzert vor

Wien (OTS) - Die Franz Josef Reinl-Stiftung fördert seit 1992
junge Komponisten und Harfenisten. Für das kommende Jahr wurde zum fünften Mal ein Wettbewerb ausgeschrieben, der mit Preisgeldern in der Höhe von insgesamt 240.000 Schilling dotiert ist. Außerdem erhalten Gewinner die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zu präsentieren, betonte heute, Donnerstag, der Wiener Rechtsanwalt und Stiftungsvorstand Dr. Ernst Grossmann bei einem Pressegespräch. Ein Kriterium für die Teilnehmer lautet, auf anspruchsvolle Weise den Unterhaltungswert von Musik nicht zu verleugnen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 15. Februar 1998.

Die Stiftung wurde von der Witwe des 1977 verstorbenen Komponisten Franz Josef Reinl gegründet. Der 1903 in Baden bei Wien geborene Reinl war vor allem in der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Unterhaltungskünstler zwischen U- und E-Musik. Er komponierte auf Anregung von Clemens Krauß ab 1926 Ouvertüren, Konzertwalzer, Suiten und fünf Bühnenwerke. Vom ihm stammen der Evergreen "Komm' ins Kino" (1929) und die Operette "Sohn des Mikado". Außerdem wirkte Reinl in seiner Heimat und in Deutschland u.a. als Bandleader, Organist, Kapellmeister sowie Dirigent und schrieb zahlreiche Auftragswerke. 1943 heiratete er Hilde Ertl, deren Sohn Hermann Ertl als Harfenist internationales Ansehen genoß.

Aus dem Nachlaß der im Dezember 1991 verstorbenen Witwe wird jährlich ein Wettbewerb in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Konservatorien finanziert. Drei Förderpreise in der Höhe von 70.000, 50.000 und 30.000 Schilling warten auf junge Komponistinnen und Komponisten, die nach dem 01.01.1958 geboren sind. In der Kategorie Harfe (Stichtag 01.01.1970, Studium darf noch nicht abgeschlossen sein) werden für den 1. Platz 38.000, für den 2. Platz 28.000 und für den 3. Platz 24.000 Schilling vergeben.

Die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury, bestehend aus Experten der Fächer Harfe und Komposition. Im kommenden Jahr setzt sich das Gremium aus Prof. Wimberger, Präsident der AKM, Prof. Richter, Konservatorium der Stadt Wien, Prof. Acker, Komponist aus München, zusammen. Die künstlerische Leitung bei den Harfenisten übernimmt Frau Prof. Adelheid Blovsky-Miller von der Hochschule für Musik in Wien.

Eine zehn bis 15minütige Komposition oder ein Solowerk für Harfe bzw. Kammermusikwerk mit Harfe und maximal vier Spielern (Partitur in vierfacher Ausfertigung, gegebenenfalls eine Demokassette, Daten des Teilnehmers) sind bis 15. Februar 1998 an die Franz Josef Reinl-Stiftung, Kennwort "Reinl-Preis 1998", Singerstraße A-1010 Wien, z.H. Stiftungsvorstand RA Dr. Ernst Grossmann, einzusenden.

Die Anmeldungen zum Harfenwettbewerb, der am 14. und 15. März 1998 in Wien stattfindet und bei dem drei Werke (aus der Barockzeit, ein virtuoses Stück und eine zeitgenössische Arbeit) vorgetragen werden, haben ebenfalls bis zu diesem Datum zu erfolgen. Unter der genannten Adresse sind auch die ausführlichen Unterlagen zur Ausschreibung zu bestellen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Ernst Grossmann
Tel.: 01-512-75-55

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