Deutsches AEntGesetz überfrachtet Unternehmer mit Bürokratie

Österreichische Kleinbetriebe des Baunebengewerbes am stärksten betroffen - WKÖ informiert und berät

Wien (PWK) - Alle Baustellen in Deutschland werden derzeit sehr genau auf die Einhaltung des 1966 erlassenen deutschen Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) kontrolliert, teilt die Außenhandelsstelle Frankfurt mit. Ausländische Unternehmen, die Arbeiter (gleichgültig zu welcher Tätigkeit) auf deutsche Baustellen entsenden, müssen im Falle der Nichteinhaltung mit empfindlichen Strafen rechnen. Bei einer Informationsveranstaltung in der Wirtschaftskammer Österreich unter Mitwirkung des Fachverbandes der Bauindustrie, der Bundesinnung Baugewerbe und der sozialpolitischen Abteilung wurden heute österreichische Unternehmer über die Auswirkungen dieses Gesetzes informiert. ****

Das Gesetz sieht unter anderem vor, daß die von ausländischen Unternehmern entsandten Mitarbeiter noch vor Beginn des Arbeitseinsatzes beim zuständigen Landesarbeitsamt schriftlich anzumelden sind. Außerdem müssen auf den Baustellen jederzeit Dokumente bereitgehalten werden zum Nachweis darüber, daß den Mitarbeitern Anspruch auf Mindestlöhne und Mindesturlaube gemäß den deutschen Tarifverträgen gewährt wird.

"Die Enttäuschung über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz ist sehr groß", formuliert Österreichs Handelsdelegierter in Deutschland, Alfred Schragl. "Trotz unseres EU-Beitritts sind nun Handelshemmnisse

geschaffen worden, welche vor allem die Chancen der österreichischen Handwerker in Deutschland stark beeinträchtigen." Kleinbetriebe seien von den Auswirkungen des Gesetzes besonders hart betroffen, da sie nicht über den administrativen Apparat verfügen, um derartige bürokratische Hindernisse zu bewältigen.

Auf deutschen Baustellen sind zahlreiche kleine österreichische Firmen des Baunebengewerbes, wie Tischler, Installateure, Elektriker tätig. Das trifft besonders auf den grenznahen Raum in Süddeutschland zu, wo seit dem EU-Beitritt eine rasch wachsende Zahl von heimischen Gewerbebetrieben ihre Leistungen "über die Grenze" anbieten. Die großen östereichischen Baufirmen konzentrieren sich hingegen vor allem in den neuen deutschen Bundesländern, wo rund 150 österreichische Niederlassungen aus dem Bausektor und verwandten Bereichen gezählt werden.

Rückfragen & Kontakt:

WKÖ,FV Bauindustrie Tel: 5041551/21
Dr. Siegfried Pflegerl,
WKÖ,Sp-Abt.,Tel: 50105/3712

Dr. Norbert Anton,

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK