Gewerbeverein: Lehrlinge: Klimas "Weniger Zynismus" richtet sich gegen ihn selbst und seine Parteifreunde im ÖGB

Wien (OTS) - Niemand im Unternehmerbereich ist in der
Lehrlingsfrage zynisch. Wenn der Herr Bundeskanzler dies der Unternehmerseite unterstellt, dann ist das eine sehr grobe Vereinfachung des Problems.

Faktum ist - so der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins, Prof. Friedl Bakalowits - daß Bundeskanzler Mag. Klima im Mai d.J. ankündigte, daß er persönlich dafür sorge trägt, daß im Herbst 1997 kein Lehrstellensuchender ohne Lehrstelle dasteht. Das ist ein sehr kühnes Versprechen, wenn man nicht wie Parteikollege Jospin alle Lehrlinge im Staatsdienst einstellt. Diese Möglichkeit hat Klima nicht und wird sie nicht haben. Als Ex-Manager hätte er dies auch wissen müssen.

Die drei wesentlichen Wirtschaftsvertretungen des Landes, Wirtschaftskammer, Vereinigung der österreichischen Industrie und der Österreichische Gewerbeverein haben direkte und indirekte Unterstützung gewährt, um das Lehrstellenproblem zu entschärfen.

So hat etwa der Österreichische Gewerbeverein in zahlreichen Vermittlungsaktionen Lehrlinge in Mitgliedsunternehmen unterbringen können. Gemeinsam mit dem Wiener Stadtschulrat ist man dabei, ein langfristiges Konzept der Absicherung der Lehrlingsausbildung zu erarbeiten.

Die Wirtschaft macht sich demnach stark, das Lehrlingsproblem kurz- und langfristig zu lösen. Kanzler Klima sollte aber seine Ermahnungen eher seinen Genossen im ÖGB zukommen lassen. "Nach Jahrzehnten, in denen immer nur die Rechte und Ansprüche der Lehrlinge ausgebaut worden sind, in denen Lehrherrn von Gewerkschaftsorganisationen regelmäßig als Schikanierer und Ausbeuter dargestellt worden sind, in denen die schulische Vorbildung wie auch die Einstellung eines Teils der Lehrlinge immer schlechter geworden sind, ist vielen Firmen die Lust vergangen," schreibt die gestrige Presse in einem Kommentar. Angereichert wird diese ÖGB-Einstellung zusätzlich mit dessen jährlichem Frühsommerappell an Ferialpraktikanten, daß es (Zitat) "bei deren Beschäftigung immer wieder gesetzliche Mißstände gibt".

Der Herr Bundeskanzler möge vielleicht einmal mit dem ÖGB-Präsidenten ein ernstes Wort sprechen. Wer immer nur Arbeitgeber als potentielle Ausbeuter darstellt, der ist der eigentliche Zyniker und vor allem der Bremser bei dem wahrhaft "nationalen Anliegen" der Jugendbeschäftigung.

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