Bilanzpressekonferenz der Austro Control, 3. September 1997

Flugverkehrs-Steigerung sicher bewältigt

Wien (OTS) - Täglich sind in Österreichs Luftraum bis zu 2.700 kontrollierte Luftfahrzeuge unterwegs. Für die Sicherheit dieser Flugzeuge im Sinne der Flugsicherung ist die Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH verantwortlich.

Im Jahr 1996 wurden insgesamt 685.053 Instrumentenflüge von Austro Control betreut, was eine Steigerung von rund 7 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Aus heutiger Sicht wird der Flugverkehr in Österreich in den Jahren 1998 bis 2001 um weitere 21,5 % wachsen. Die Steigerung des Verkehrs auf den Flughäfen war im Jahr 1996 in Wien/Schwechat mit 6,9 % bzw. 186.766 Starts und Landungen am deutlichsten, gefolgt von Salzburg und Graz.

Von den oben erwähnten 685.053 Instrumentenflügen hat es im Berichtsjahr 1996 keine einzige wirklich kritische Situation im Sinne einer gefährlichen Annäherung zwischen zwei Luftfahrzeugen ("Near miss") gegeben; als gefährlich ist eine Situation einzustufen, wenn der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen zwei Luftfahrzeugen mehr als halbiert wird und eine nicht angeordnete Ausweichbewegung des Piloten erfolgen muß, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Einen solchen Zwischenfall hat es - wie erwähnt - nicht gegeben. Österreich zählt damit zu den sichersten Lufträumen Europas.

Gebühren im Sinkflug

Haupterlösquellen der Austro Control sind die Flugsicherungsstreckengebühren sowie die An- und Abfluggebühren. Diese werden nach dem Prinzip der Kostendeckung den Luftraumnutzern (Airlines) verrechnet.

Im Jahr 1996 betrugen die Umsatzerlöse der Austro Control rund 2,1 Milliarden Schilling, wobei auf die Streckengebühren 69,2 % und auf die An- und Abfluggebühren 19,8 % entfielen. 9,2 % beziehen sich auf Dienstleistungen für den Staat; 1,8 % sind sonstige Erlöse (Verkauf von Publikationen usw.).

Österreich kann sich im internationalen Vergleich der Gebührensätze (Unit rates) sehen lassen. Von den 22 am Geührensystem der Eurocontrol teilnehmenden Staaten liegt Österreich derzeit erst an der 9. Stelle (gemessen an der Höhe der Unit rate, also der Basis zur Berechnung der Gebühren pro Luftfahrzeug im Zusammenhang mit Gewicht und geflogener Distanz). Gegenüber 1996 konnte dieser Gebührensatz um rund 13 % auf 58,6 ECU gesenkt werden, was eine Verbesserung um drei Ränge gegenüber dem Vorjahr im europäischen Vergleich bedeutet.

Was die An- und Abfluggebühren betrifft, so hat die Austro Control im Jahr 1997 eine 100 %ige Kostendeckung erreicht und somit erheblich zur Kostenwahrheit beigetragen. Der Gebührensatz beträgt 3.906 Schilling und gilt heuer erstmals sowohl für nationale als auch für internationale Flüge in gleicher Höhe. Hervorzuheben ist, daß der Vollkostengebührensatz für den Zeitraum 1993 bis 1996 mit rund 3.800 Schilling exklusive Umsatzsteuer nominell gleich geblieben ist, was also auch hier einer realen Gebührensenkung entspricht.

Weitere wichtige Kenngrößen der Austro Control im Berichtsjahr 1996: Neben den erwähnten Umsatzerlösen von 2,1 Milliarden Schilling erhöhte sich der Cash-Flow um 11,4 % auf 526,6 Millionen Schilling, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sowie der Jahresüberschuß sind um 14,2 % höher als im Vorjahr und betragen 98,9 Millionen Schilling. Erstmals kann die Austro Control auch einen Bilanzgewinn von 1,7 Millionen Schilling präsentieren. Die Bilanzsumme hat sich um 20,7 % auf rund 4,5 Milliarden Schilling erhöht. Was den Personalstand betrifft, so ist dieser - zu den jeweiligen Bilanzstichtagen gemessen - mit 1.027 Mitarbeitern konstant geblieben, obwohl die Flugbewegungen im Jahr 1996, wie bereits erwähnt, um ca. 7 % zugenommen haben.

Zweiter Kollektivvertrag endverhandelt

Dem gesetzlichen Auftrag entsprechend wurde ein zweiter Kollektivvertrag für die ab 1. Jänner 1997 neu eintretenden Bediensteten zum Abschluß gebracht. Aufgrund der flachen Lebensverdienstlinien wird dieser zweite Kollektivvertrag trotz attraktiver Anfangsgehälter allen Berechnungen nach eine Gesamteinsparung von 20 % gegenüber dem ersten Kollektivvertrag bringen.

Eine der pünktlichsten Flugsicherungen Europas

Das von den europäischen Verkehrsministern ins Leben gerufene "Central Office for Delay Analysis", kurz CODA genannt, stellt der Austro Control ein hervorragendes Zeugnis aus: Lediglich 3 bis 4 % an den Gesamtverspätungen am Flughafen Wien/Schwechat gehen auf die Flugsicherung zurück. Da die Gesamtverspätung in Wien /Schwechat im Durchschnitt mit maximal 2 Minuten pro Flug angegeben werden, liegt der Austro Contro-Anteil - statistisch gesehen - im Bereich von wenigen Sekunden pro Flug. Damit wird auch klar, daß die meisten internationalen Verspätungs-Statistiken die Austro Control gar nicht berücksichtigen.

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Dr. Heinz Sommerbauer
Austro Control
Tel.: 1703/1070

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