Stummvoll: Wirtschaft reagiert rasch auf Lehrlingsproblematik

Lehrverträge Ende August um 5,9 Prozent gestiegen - Initiativantrag für erste Parlamentssitzung angekündigt

Wien (PWK) - "Fast sechs Prozent mehr Lehrverträge im August gegenüber dem Vorjahr zeigen, daß die Betriebe sehr rasch auf die Herausforderung der mangelnden Lehrstellen reagiert haben", erklärt WKÖ-Generalsekretär Günther Stummvoll angesichts der soeben in den Lehrlingsstellen eingelangten Lehrverträge. Diese erfreuliche Steigerung ist nach Ansicht Stummvolls ein Zeichen, daß die Wirtschaft für die Probleme der Jugend sehr wohl Verständnis aufbringt und bereits lange vor den Appellen des Bundeskanzlers gehandelt hat. ****

Ende August 1997 sind 34.170 Lehrverträge bei den Lehrlingsstellen eingelangt, das sind um 2.009 Lehrvertäge oder 5,9 Prozent mehr als Ende August 1996. Die regionale Aufgliederung zeigt unterschiedliche Steigerungsraten. In Wien hat sich die Situation mit einem Plus von 738 Lehrverträgen signifikant verbessert. In allen anderen Bundesländern wurden ebenfalls deutlich mehr Lehrverträge abgeschlossen, wie z.B. in Oberösterreich + 648, Steiermark + 278 und Tirol + 229. Nur in Niederösterreich und im Burgenland gibt es gegenüber August 1996 um je 4 Lehrverträge weniger.

"Diese Entwicklung ist aus der Sicht der Wirtschaft sehr erfreulich, heißt aber noch lange nicht, daß das Lehrlingsproblem als gelöst zu bezeichnen ist. Es zeigt nur, daß das im Frühjahr abgeschlossene Lehrlingspaket ein Schritt in die richtige Richtung war, nämlich die Rahmenbedingungen für die ausbildenden Betriebe zu ändern", so Stummvoll. "Die Anstrengungen, den Betrieben die Lehrlingsausbildung zu erleichtern statt mit bürokratischen Hemmnissen zu behindern, müssen fortgesetzt werden", fordert Stummvoll. Offene Probleme wie z.B. im Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz mit der Wochenendruhe, die sich derzeit vor allem für die Bäcker und im Handel negativ auswirken, müssen so rasch wie möglich beseitigt werden. Ebenso stellt die Ausweitung der Arbeitsmöglichkeit für Lehrlinge im Tourismus bis 23 Uhr ein vehementes Anliegen der Wirtschaft dar.

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