ÖGS zur Diskussion um den Semmering-Basistunnel: Emotionen durch Sachargumente ersetzen

Wien (OTS) - Eine Rückkehr zur Sachlichkeit und eine Diskussion über Fakten fordert die Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (ÖGS) in der neuerlich aufgeflammten Auseinandersetzung um den Bau eines Semmering-Basistunnels. Die Kritik ist laut ÖGS-Vorstandsvorsitzendem Helmut Oismüller vor allem an die Steiermark adressiert. "Der Bau des Tunnels trägt - im Gegensatz zur Meinung von Regionalpolitikern - nicht zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur in der Mürz-Mur-Furche bei. Die Region liegt schon heute an einer gut ausgebauten Magistrale der Bahn, über die alle Zugarten geführt werden können - auch die "Rollende Landstraße" (ROLA) - sofern hierfür Bedarf bestünde". Bei der ÖGS erklärt man, daß sich die bislang hervorgehobenen Vorteile des Semmering-Basistunnels auf andere Weise wirtschaftlicher erzielen ließen. So könnte etwa die Zeitersparnis für Reisende durch den Einsatz von Wagenkastenneigezügen bei 45 Minuten (Wien-Graz) und 75 Minuten (Wien-Klagenfurt) gegenüber 20 Minuten durch den Semmering-Tunnel liegen. Der Widerstand des niederösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll gegen das Tunnelprojekt sei im Gegensatz zu den Forderungen der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic aus der Sicht eines Verkehrsplaners sachlich nachvollziehbar, führt Oismüller in einer ÖGS-Aussendung weiter aus: Würde man im nächsten Jahrzehnt den Gütertransit-Verkehr in den Abschnitten Mürzzuschlag-Bruck/Mur und Gloggnitz-Wr. Neustadt bis an die Kapazitätsgrenze ausbauen, um den Tunnel optimal auszulasten, entstünde für die Bewohner dieser Bereiche - weil die Bahntrasse durch dichtverbautes Gebiet im Talboden führt - eine jener "Verkehrshöllen", wie sie sich im Unterinntal entwickelt hat. Die gegen den Widerstand Prölls vorgebrachten Argumente, öffentliche Gelder für den Semmering-Basistunnel könnten nicht ersatzweise für den vom niederösterreichischen Landeshauptmann geforderten Ausbau des Nahverkehrs verwendet werden, sind laut ÖGS unrichtig: Mit dem Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz würden alle Schieneninfrastrukturmaßnahmen - somit auch der Nahverkehr -gefördert. Mit Interesse hat man bei der ÖGS die vorsichtig formulierte Bemerkung des ressortverantwortlichen Ministers für die Verkehrspolitik, Caspar Einem, registriert, auch ein Baustopp sei eine denkmögliche Option. Oismüller: "Sollte Einem in dieser Frage anstreben, sich auf der Grundlage sachlicher Argumente von der Ideologie seines Amtsvorgängers zu emanzipieren, bieten wir gerne die Unterstützung bei der Sammlung und Auswertung der für eine seriöse Entscheidung erforderlichen Grundlagen an".

Rückfragen & Kontakt:

Tel. (01) 470 67 52,
Fax (01) 470 67 48

Dipl.-Ing. Helmut Oismüller,

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS