Gewerbeverein: Abgaben drängen HausgehilfInnen in die Schattenwirtschaft

Wien (OTS) - Es ist wohl nicht verwunderlich, wenn die Schattenwirtschaft (Pfusch) 1996 nach Schätzungen zehnmal so stark zunahm, wie das österreichische Bruttoinlandsprodukt. Gerade im Bereich der haushaltsbezogenen Dienstleistungen - etwa Reinigung und Kinderbetreuung - hat daher der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen schon vor langer Zeit Vorschläge aufbereitet, wie HausgehilfInnen aus dem Bereich der sozialrechtlich nicht abgesicherten Berufstätigkeit herausgeholt werden können.

Daß sich kein Haushalt eine Hilfe, deren Lohn mit mehr als 100 Prozent Lohnnebenkosten belastet ist, leisten kann, liegt auf der Hand. Daß man auch nicht gewillt ist und in der Lage ist, als Privatperson die Lohnverrechnungsbürokratie auf sich zu nehmen, liegt nahe; sie wurde nicht eimal vom ehemaligen Finanzminister und jetzigen Bundeskanzler - früher Personalchef - durchschaut.

Der Österreichische Gewerbeverein schlägt daher vor,

+ daß das Arbeitsmarktservice als "Quasidienstgeber" für derart Beschäftigte einspringt. Manchmal ist es ja auch ganz förderlich, wenn Bürokraten selbst erkennen, wie sich bürokratischer Aufwand in der Praxis auswirkt.

+ Zur sozialen Absicherung der HausgehilfInnen sollten 50 Prozent des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung von der öffentlichen Hand getragen werden. Selbstverständlich ist dabei nicht daran gedacht, geringfügig Beschäftigte durch diese Form des Beschäftigungsverhältnisses in die ASVG-Vollversicherung einzubeziehen.

Statt 17,2 Prozent nur 8,6 Prozent Lohnnebenkosten zu bezahlen, ist für jeden, der HausgehilfInnen beschäftigt, wohl zumutbar und gibt ihm die Sicherheit, sich vollkommen korrekt zu verhalten. Für den Staat sind diese 8,6 Prozent ein leicht verdientes Geld, das er bisher nicht eingenommen hat.

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