Herbstlohnrunde als Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich?

Wien (OTS) - Trotz Produktivitätssteigerung sinkt die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs laufend, sodaß Österreich im internationalen Ranking immer weiter zurückfällt. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen liegen hautpsächlich im volkswirtschaftlich-gesellschaftspolitischen Bereich und keineswegs primär im betriebswirtschaftlichen. Die Stabilität eines Landes hängt vom sozialen Frieden ab und dieser wird entscheidend von einem hohen Beschäftigungsgrad garantiert. Kollektivvertragsverhandlungen sind unter anderem ein absolut geeignetes Mittel zur Schaffung von Rahmenbedingungen, um Österreich als Wirtschaftsstandort wieder attraktiv zu gestalten.

Da der Spielraum bei der Nettolohn und -gehaltsgestaltung eher gering ist, muß die Kostenentlastung der Arbeitskosten in erster Linie in der Differenz zwischen Brutto- und Nettolöhnen und -gehältern sowie in der Deregulierung und Flexibilisierung der arbeitsrechtlichen und gewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen gefunden werden. Das Schüren eines längst überkommenen Konfliktes zwischen Arbeit und Kapital ist ebenso kontraproduktiv wie das Festhalten an sozialpolitischen Errungenschaften der Vergangenheit, die heute denjenigen, für deren Schutz sie einstmals gedacht waren, eher zum Schaden gereichen.

Als Vertreter der Telekommunikations-Branche, die wie kaum eine andere im globalen Wettbewerb steht, appelliere ich für die kommenden Lohn- und Gehaltsverhandlungen an den Veränderungswillen aller Beteiligten: Konventionelle Verhandlungsformen und -inhalte haben in der bevorstehenden Herbstlohnrunde ebenso wenig zu suchen wie ein kurzfristiger Abschlußzwang. Ganzheitliche Lösungen, die der Komplexität der Problemstellung gerecht werden, lassen sich nicht unter Druck in wenigen Tagen bearbeiten. Das Abschließen von Teilergebnissen hat bisher, wie die Flexibilisierungsverhandlungen zeigen, auch keineswegs zu den gewünschten Erfolgen geführt.

Die Frage kann nicht eindimensional heißen: x% mehr oder weniger

Die Frage und das Ziel müssen heißen: Wie erhalten wir Arbeit am Standort Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Kapsch AG
Mag. Georg Kapsch
Tel.: 811 11 2705
e-mail: kapschg@kapsch.co.at

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS