BP Austria senkt Benzin- und Dieselpreise trotz gegenläufiger Preisentwicklung bei Rohöl

Wien (OTS) - Die BP Austria AG & Co. senkt am Freitag, dem 29. August 1997, 00.00 Uhr ihre Listenpreise für Vergaserkraftstoffe um 15 g und für Dieselkraftstoffe um 10 g. Diese deshalb, weil die Produktnotierungen in Rotterdam um entsprechende Werte abgesenkt wurden.

Der Rohölpreis für die Leit-Sorte Brent entwickelt sich übrigens derzeit gerde umgekehrt - von 17,79 USD/bbl auf 18,16 USD/bbl. Ein Beweis dafür, wie Gen.Dir. Guido Fortis erst kürzlich bei einem Pressegespräch ausgeführt hat, daß Rohölpreise sich nach oben bewegen können und der Produktenpreis nach unten. Denn die BP Austria AG & Co. verkauft grundsätzlich Fertigprodukte und nicht Rohöl. So ist es in West- und Zentraleuropa handelsüblich, daß die Raffinerien alle ihre Fertigprodukte auf Basis der "Rotterdamer-Notierungen" plus einem lokalen Aufschlag - z.B. zusätzliche Transportkosten -verkaufen.

Keinesfalls hat BP Austria die Feststellung der Arbeiterkammer, die Mineralölindustrie habe sich durch Preiserhöhung im Jahre 1993 (damals galt bekanntlich noch das "Schüssel-Abkommen") ein "Körberlgeld" verschafft, zum Anlaß genommen, die Preise zu senken.

Die Aussage der Arbeiterkammer ist falsch. Die damalige Erhöhung um 20 g (das sind netto 17 g) hatte folgende zusätzliche Kosten abzudecken:

a) Benzolreduktion von 5 auf 3 %

b) erhöhte Frachtkosten,

c) erhöhte Vergütung für Tankstellenpartner,

d) erhöhte Reparaturkosten, Pachten, Löhne usw.

e) schließlich hohe Umweltinvestitionen an Tankstellen (Gaspendelsystem) und Lagern.

Nur ein kleiner Teil dieser Erhöhung (in der Gesamtkalkulation 2 g) war tatsächlich für die Gaspendelung eingerechnet.

Die Aussage und Rechnung der Arbeiterkammer ist demnach falsch:
Statt eines Betrages von rund 4 Milliarden S wurde bisher für die gesamte Industrie ein Betrag von maximal 300 Millionen S für die Gaspendelung durch die damalige Erhöhung vereinnahmt.

Gen.Dir. Guido Fortis verwahrt sich gegen solche unrichtigen Darstellungen, die noch dazu von der AK kommen, der vorerwähnte Ausführungen bekannt sind. Die Arbeiterkammer wird statt dessen ersucht an Bestrebungen mitzuwirken, daß die Rahmenbedingungen in Österreich dem umliegenden Ausland gleichgesetzt werden. Die Themen Verkaufszeit- und Produktenbeschränkung im Convenienceshop-Bereich sowie das Verbot des Tabakwarenverkaufs mögen als Beispiele dienen. Dieses Verbot gibt es bis auf Italien in keinem anderen EU-Land.

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