Finanzierung der Fachhochschulen nicht gesichert

Offene Frage der Studiengebühren behindert sinnvolle Weiterentwicklung

Wien (PWK) - "Die Weiterentwicklung des österreichischen Fachhochschulbereiches ist in Gefahr, wenn es nicht gelingt, alternative Finanzierungsquellen zu erschließen", erklärte Klaus Schedler vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft(ibw). "Der Fachhochschulrat macht bereits seit mehreren Jahren auf den Finanzierungsengpaß bei der Genehmigung neuer Fachhochschul-Vorhaben aufmerksam. Das Kontingent der durch das Wissenschaftsministerium finanzierten Studienplätze mit den derzeit laufenden 42 Studiengängen ist bis zum Jahr 2000 praktisch erschöpft". ****

Nach einer Prognose des ibw ist bis zum Jahr 2000 mit einer Hörerzahl von mehr als 15.000 zu rechnen. Der Fachhochschul-Finanzierungplan basiert allerdings nur auf einer Hörerzahl von 10.000. "Alternative Finanzierungsquellen stammen bereits jetzt von der Wirtschaft, die eine Reihe von FH-Studiengängen fördert, wenn sie konzeptionell ihren Erwartungen entsprechen. Nutzen daraus ziehen aber nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Absolventen",so Schedler, "für die das Studium praktisch gratis ist, obwohl das FH-Studiengesetz die Frage von Studiengebühren offengelassen hat".

"Bis jetzt ist kein Studiengang beantragt worden, der die Einhebung von Studiengebühren vorsieht. Nach dem Gesetz gäbe es keinen Grund für ein ablehnendes Votum des FH-Rats. Die Entscheidung hätte der Wissenschaftsminister in Einvernehmen mit der Unterrichtsministerin, die sich bereits mehrfach für die Einhebung von Studiengebühren ausgesprochen hat", meinte Schedler.

Nach seiner Ansicht sollten daher die Betreiber neuer FH-Vorhaben "mehr Kreativität und Mut" bei der Antragsstellung aufbringen. "Mut ist erforderlich, weil eine bildungspolitische Konfrontation der beiden Minister bei der Anerkennung des Studiengangs nicht auszuschließen ist. Kreativität ist bei der Entwicklung sozial ausgewogener Modelle für die Einhebung von Studiengebühren gefordert", argumentiert Schedler.

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Dr. Klaus Schedler
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