Wiener Liberale zum Schulbeginn: Wien soll wieder Motor einer Schulreform werden

Alkier: "Landesregierung läßt Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen im Stich!"

Wien (OTS) Die Eröffnung von Schulen und die Förderung des Verbandes Wiener Volksbildung, der mit seinen Volkshochschulen ein Monopol in der Wiener Erwachsenenbildung hat, seien die mageren Akzente die bisher bildungspolitisch von der Wiener Landesregierung ausgingen, kritisierte heute der Bildungssprecher des Liberalen Forums Wien, Wolfgang Alkier.

Als Beispiele für die anhaltende Inaktivität der Landesregierung nannte Alkier:

  • die Verweigerung der Erstellung eines jährlichen Bildungsberichtes, der im Landtag debattiert werden sollte
  • die Ideenlosigkeit der Wiener Schulgesetzgebung, bei der im Rahmen von Novellierungen lediglich bundesgesetzlich notwendig gewordene Anpassungen durchgeführt werden
  • die bildungspolitische Abwesenheit des Stadtschulratspräsidenten, des stellvertretenden SPÖ-Bundesparteivorsitzenden und Landeshauptmannes Häupl sowie der ressortzuständigen Bildungsstadträtin Laska
  • daraus resultierend das Fehlen einer Schulreform-Debatte, die von Wien ausgehen könnte.

Alkier: "Alle bildungspolitischen Fragen werden an den Stadtschulrat delegiert. Dessen Präsident Kurt Scholz weiß sich bei seinen Reformvorschlägen der Reformunwilligkeit seiner eigenen Fraktion und des Desinteresses seiner Parteifreunde im Rathaus sicher." Unter solchen Voraussetzungen sei sichergestellt, daß Österreich und somit Wien ein Schulsystem beibehalte, für das gilt:
"Was Hänschen lernt, wird Hans nicht mehr brauchen."

Auch bezüglich der aktuell debattierten Situation arbeitsloser JunglehrerInnen verweist der Liberale Landtagsabgeordnete auf die Tatenlosigkeit der Wiener Regierung: "Während im Falle stellensuchender Lehrlinge sowohl propagandistisch als auch unter Auschöpfung hoher Millionenbeträge u.a. aus der Arbeitsmarktförderung an das Problem herangegangen wird, herrscht im Rathaus zum Thema JunglehrerInnen Funkstille." Kurzfristig schlägt das Liberale Forum hier vor, alle jobsuchenden PädagogInnen im Rahmen von Praktika an den Schulen zu beschäftigen.

Diese Praktika könnten durch verstärkten Förderunterricht absolviert werden und wären der ideale Berufseinstieg für junge LehrerInnen, meinte Alkier. In neu zu bildenden Lehrerteams könnten hier Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht werden.

Zur Finanzierung dieser Maßnahmen müßten Mittel aus der Arbeitsmarktförderung und aus dem Wiener Sozial- und Bildungsbudget umgeleitet werden. Dies würde, so Alkier, nicht nur den JunglehrerInnen die Wartezeit auf einen Arbeitsplatz verkürzen, sondern auch die Qualität des Unterrichts wesentlich verbessern.

Um auch hier nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen zu beheben, sei freilich eine Gesamtreform notwendig. Diese umfaßt - wie von den Liberalen im Rahmen ihrer Bildungsoffensive gefordert - eine komplette Neuordnung des Ausbildungssystems für alle LehrerInnen im Rahmen von pädagogischen Fakultäten. Als weitere wichtige Punkte nannte Alkier die
rasche Änderung des Dienstrechtes mit der Abschaffung der Pragmatisierung und der Einführung von "sabbaticals" für LehrerInnen. Die finanzielle Chancengleichheit für nichtkonfessionelle Privatschulen müsse außerdem endlich gewährleistet werden.

Die Anpassung der Unterrichtsmittel und -formen an die Bedürfnisse der Informationsgesellschaft müsse ebenfalls raschest erfolgen. Auch die aktuellen Ferienregelungen mit 13wöchigen "Schließzeiten" der Schulen will der Liberale Bildungssprecher überdacht wissen.

Alkier abschließend: "Vor Jahrzehnten sind wichtige bildungspolitische Reformen noch von Wien ausgegangen. Es ist jetzt höchste Zeit, daß auch die Wiener Regierung im Sinne der Liberalen das Heft wieder in die Hand nimmt und Aktivitäten setzt."

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