Österreich: Unsichtbare Gefahren in Silos Wien (ÖRK) - In Futtersilos lauern tödliche Gefahren durch Kohlendioxid, Nitrose Gase und mögliche Explosionen. Unachtsamkeit

beim Spielen oder falsches Verhalten bei Arbeiten am Silo kosten immer wieder Menschenleben. "Auch das Leben der Helfer ist bei solchen Unfällen in Gefahr", sagt Dr.Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

Kohlendioxid entsteht während der Gärung des Silofutters. Das farb- und geruchlose Gas ist schwerer als Luft und auf zwei Arten gefährlich: Erstens verdrängt es den Luftsauerstoff und zweitens führt es selbst zu Vergiftungen. Bereits acht Prozent Kohlendioxid in der Atemluft können zu Schwindelgefühl, Bewußtlosigkeit und schließlich Tod durch Ersticken führen. In Konzentrationen von mehr als 18 % wirkt Kohlendioxid schon nach kurzer Zeit tödlich.

Bei hohen Nitratgehalten der Silage entstehen Nitrose Gase. Werden diese bräunlich gefärbten Gase eingeatmet, kommt es zu Reizungen von Augen, Nase und Rachen. Bei sehr hoher Konzentration tritt
rasch Atemlähmung ein. Besonders heimtückisch sind aber Vergiftungen mit geringerer Konzentration: Die Symptome klingen zunächst rasch ab. Es folgt ein beschwerdefreier Zeitraum von bis zu zwei Tagen. Dann kommt es aber zu massiven Atembeschwerden, die zu Lungenödem und Tod durch Herz-Kreislaufversagen führen können.

Methan und flüchtige Alkohole können in Silos eine explosive Mischung bilden. Ebenso ist möglich, daß Wasserstoff und Luftsauerstoff eine Knallgasexplosion auslösen.

"Ist jemand in den Silo gefallen, sollte als erste Rettungsmaßnahme der Silo belüftet werden", so Slatin. "Beachten sie die Explosionsgefahr. Notarzt und Feuerwehr verständigen, mit dem Hinweis, daß Atemschutzgeräte notwendig sind. Keinesfalls ohne Atemschutzgerät in den Silo steigen, und auch dann nur mit einem Seil gesichert und unter der Aufsicht anderer Personen. Nach der Bergung nötigenfalls mit Beatmung und Herzmassage beginnen."
Slatin warnt vor unsachgemäßen Bergungsversuchen, bei denen sich der Helfer nur selbst in Gefahr bringt.

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25.8.1997

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