Fachverband der Reisebüros urgiert Reisebüro-Sicherungsverordnung

Große Bedeutung der Incoming-Büros - Probleme mit Gästen aus Rußland

Wien (PWK) - Die Reisbüros drängen auf eine baldige Erlassung einer neuen Reisebüro-Sicherungsverordnung (RSV). Nach wie vor steht eine zeitgemäße Fassung der RSV aus, obwohl seit Jänner 1997 über eine Neuordnung beraten und verhandelt wird. Der Fachverband ist dabei u.a. für die Erstellung eines Veranstalter-Verzeichnisses, die Installierung eines Beirates im Wirtschaftsministerium, dem die Kontrolle der Risikoabdeckung obliegen soll sowie für eine Differenzierung zwischen risikoreichen und risikoarmen Reisearten eingetreten, erklärte der Vorsteher des Fachverbandes der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Rudolf Kadanka, Donnerstag in einem Pressegespräch in Wien. ****

"Das zuständige Wirtschaftsministerium ist jetzt gefordert, ehestens die Voraussetzungen für eine Veröffentlichung der neuen Verordnung im Bundesgesetzblatt zu schaffen. Die Reisebürobranche ist an wirtschaftlich vertretbaren Rahmenbedingungen interessiert und erwartet sich vom Gesetzgeber, aber auch von den zuständigen Verwaltungsbehörden ein zielführendes Vorgehen im Interesse eines fairen und sachlichen Wettbewerbs", erklärte Kadanka.

Zu den jüngsten Reisetrends der österreichischen Urlauber bemerkte er, daß die Entwicklung immer stärker in Richtung "Spätbucher" und Kurzurlaube gehe. Der Zuwachs an Passagieren müsse nicht gleichbedeutend mit Umsatzsteigerungen sein.

Kadanka hob die große Bedeutung der Incoming-Reisebüros für den österreichischen Tourismus hervor. 1995 betrug der prozentuelle Anteil der Incoming-Reisebüros an den gesamten Ausländernächtigungen in gewerblichen Betrieben 22,1 Prozent. Dieser Prozentsatz dürfte nunmehr (1997) bei ca. 21 Prozent liegen. Dies bedeutet, daß nach wie vor rund jede fünfte Ausländernächtigung in Österreich von einem Incoming-Büro vermittelt wird.

Eine große Chance für den Incoming-Tourismus nach Österreich bietet Osteuropa. Allerdings gibt es ein Problem mit Gästen aus Rußland. Derzeit wird von jenen österreichischen Unternehmen, die Gäste nach Österreich bringen, eine Haftungserklärung verlangt. "Manche Unternehmen können diese Haftungserklärung nicht unterschrieben. Bei Besprechungen mit dem Innenministerium gab es dazu keine Ergenisse. Es wird darauf zu achten sein, daß die Reisebüros nur dafür haften müssen, was sie auch versichern können. Die Haftung für einen Urlauber, der in Österreich abspringt oder kriminelle Taten setzt, können die Reisebüros nicht übernehmen", unterstrich der Fachverbandsvorsteher.

Ein weiteres Thema des Pressgesprächs war die mögliche Einführung einer Beratungsgebühr im Reisebüro. "Wenn ein telefonischer Rat des VKI gebührenpflichtig ist, dann stellt sich die Frage, warum es im Reisebüro - dessen Personal- und Sachaufwand ungleich höher ist -nicht möglich sein soll, für Beratungen, die nicht zum Vertragsabschluß führen, eine Gebühr einzuheben", stellte Kadanka zur Diskussion.

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Fachverband der Reisebüros

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