Gastgewerbe: Verhandlungen am Verhandlungstisch führen

Angebote der Arbeitgeber über der Inflationsrate - Flexibilisierung überholter Bestimmungen als "Gegenleistung"

Wien (PWK) - Die Wirtschaftskammer als Interessensvertretung der Unternehmer im Hotel- und Gastgewerbe nimmt die Sozialpartnerschaft ernst, erwartet sich aber von der Gewerkschaft ein Entgegenkommen. Auch wenn die Gewerkschaft nun ihr Glück auf der Straße versuchen möchte, ist die Unternehmerseite der Meinung, daß Verhandlungen am Verhandlungstisch geführt werden sollten. "Eine Gewerkschaft mit der Bereitschaft zu einer Flexibilisierung mancher überholter sozialpolitischer Bestimmungen ist dazu jederzeit herzlich eingeladen", erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm. Rat Hansjörg Kröll, Mittwoch in einer Pressekonferenz in Mayrhofen im Zillertal in Hinblick auf eine von der Gewerkschaft HGPD für Donnerstag ebendort angesetzte Protestveranstaltung. ****

Für die Arbeitnehmer im Gastgewerbe gab es in den letzten Jahren immer über der Inflationsrate liegende Gehaltserhöhungen. Auch für die laufende Periode liegt das Angebot wesentlich über der jüngsten Indexsteigerung. Im Rahmen der diesjährigen Gehaltsverhandlungen haben die Arbeitgeber aber erstmals von ihrem Recht Gebrauch gemacht, einige sachlich gerechtfertigte Reformen im Sozialbereich als Gegenleistung einzufordern. Diese angesichts der schwierigen Situation der Branche durchaus verständliche Haltung hat die Vertreter der Gewerkschaft dazu veranlaßt, zu allen möglichen demagogischen Mitteln - wie irreführenden Flugblättern und Störaktionen in den Tourismuszentren - greifen, bedauert Kröll. "Es liegt jetzt allein an den Gewerkschaftern, ihre Blockadepolitik aufzugeben, um die ins Stocken geratenen Kollektivvertragsverhandlungen wieder in Schwung zu bringen".

Alle Meldungen der jüngsten Zeit dokumentierten, daß die Fremdenverkehrsbetriebe eine schwierige Phase durchzustehen haben. Die genau in der diesmal besonders kurzen Hochsaison losgetretene Kampagne dient nur dazu, die Unternehmer und ihre Mitarbeiter vor den Gästen aus dem In- und Ausland zu diffamieren. "Diese unbedachten Aktionen der Gewerkschaft lösen keine Probleme und bringen der Branche zum ungünstigsten Zeitpunkt einen Imageverlust, der sich langfristig zum Nachteil aller Beteiligten auswirkt", befürchtet Kröll.

Es sei europaweit, wenn nicht weltweit einzigartig, daß Teilzeitbeschäftigte pro Tag für vier Stunden bezahlt werden und mindestens 288 Schilling pro Tag erhalten müssen, auch wenn sie nur eine Stunde arbeiten wollen. Die Gastgewerbegewerkschaft läuft aber, aus welchen Gründen auch immer, gegen eine Anpassung an die wirtschaftlichen Gegebenheiten Sturm, nennt Kröll ein typisches Beispiel für die unflexible Haltung der offenbar einem starken internen Profilierungsdruck ausgesetzten Gewerkschaftssprecher. Gerade die anderen Staaten, wie Großbritannien oder die Niederland, zeigten erfolgreich vor, wie mit einer sinnvollen Flexibilisierung der Arbeitszeitverhältnisse die Wirtschaft zum Vorteil aller in Schwung gebracht werden kann.

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