Salzburgs Kulturlandesrat Raus: Amt des Festspielpräsidenten einsparen?

"Gegen Mortiers Verlängerung nichts einzuwenden" - Landesvize Buchleitner: "Bin für Verlängerung" - Lohner: "10 Jahre für jeden Intendanten genug"

Wien (OTS) - Die Diskussion um die Führung der Salzburger Festspiele geht weiter. SP-Kulturlandesrat Othmar Raus, zuletzt mit Nichtverlängerungsempfehlungen an Gerard Mortier viel zitiert, regt in der morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News eine Neustrukturierung der Festspiele an.

Im wesentlichen, so Raus, gehe es um eine "Grundsatzdiskussion über die Festspielstruktur. Wir sollten darüber reden, ob da drei Personen sein müssen und ob nicht ein künstlerischer Leiter und ein Geschäftsführer genügen."

Auf die News-Frage, ob demnach der von Helga Rabl-Stadler bekleidete Posten des Festspielpräsidenten überflüssig sei, sagt Raus: "Wenn Frau Dr. Rabl-Stadlers Vertrag endet (2000, Anm.), wird das zu überlegen sein."

Nie, so der Landesrat in News, habe er für Mortiers Nichtverlängerung plädiert. Der Intendant habe vielmehr selbst angedeutet, nicht über das Jahr 2001 hinaus bleiben zu wollen. Deshalb habe er, Raus, eine rasche Nachfolgediskussion angeregt. Wenn Mortier länger bleiben wolle, sei "dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Er soll es nur deutlich sagen."

SP-Landesvize Buchleitner kritisiert indes via News scharf LH Schausbergers Äußerung von der "leichten Kost": "Das ist für Salzburg katastrophal. Die Festspiele sind keine zweite Löwinger-Bühne. Wir werden alles tun, damit die Politik nicht in Mortiers Kompetenzen hineinregiert."

Buchleitner zur Verlängerungs-Causa: "Ich bin im zweifelsfall dafür, daß Mortier bleibt."

Anders äußert sich in News "Joseftadt"-Direktor Helmut Lohner, der 1998 erstmals nach 26 Jahren kein Angebot zu den Festspielen hat:
Zehn Jahre Intendantentätigkeit seien genug. "Ich würde jedem Fußballtrainer vorschlagen, nach Gewinn der Meisterschaft den Verein zu verlassen. Das ist ein Beruf, der die Menschen sehr verschleißt. Ein Intendantenposten war noch nie als Lebensstellung mit Pragmatisierung vorgesehen. Es war auch nie jemand länger als 10 Jahre "Burg" - oder "Josefstadt"-Direktor."

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