Expertenstudie: Mängel am AKW Mochovce schlimmer als befürchtet. - Bei Unfall: Wien extrem bedroht

Vorausmeldung zu News Nr. 34/97 (21.8.1997)

Wien (OTS) - Wie News in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, führte eine internationale Expertenkommission bereits im Jahre 1995 eine Untersuchung des slowakischen Atomkraftwerkes Mochovce durch. Die Ergebnisse der Expertenkommission im Auftrag der österreichischen Bundesregierung lagen bisher unter Verschluß und wurde heute von der ÖKO-Organisation Global 2000, die die Herausgabe des Dossiers erreichte, präsentiert. Der Leiter der Kommission, der österreichische Atom-Experte Wolfgang Kromp faßt die Ergebnisse zusammen: "Selbst wenn man signifikante Verbesserungen durchführt, wird Mochovce nie westliche Sicherheitsstandards erreichen". Bitterer Zusatz: "Nicht einmal russische". Das Bundeskanzleramt hatte den Bericht den slowakischen AKW-Betreibern überreicht und 2 Jahre lang auf eine Stellungnahme gewartet.

Lt. zusätzlichen Dokumenten, die News vorliegen, wäre Ost-Österreich im Falle eines Supergaus in Mochovce schwer betroffen:
Berechnungen ergaben, daß bei einer Worst case-Wetterlage die Verstrahlung im 145 km entfernten Wien so hoch wie in 18 km-Entfernung zum Unglücksreaktor wäre: Die Hauptstadt wäre damit praktisch unbewohnbar.

Der Mochovce-Report listet eine ganze Reihe veritabler Schwachstellen auf, die zu einem Schwerstunfall führen könnten:
"Durch den fünfjährigen Baustopp hätten die Bauteile des Reaktors eingemottet werden müssen", so die Experten, "doch überall zeigten sich Staub und Baureste, in der Turbinenhalle war ein Fenster zerbrochen, die Bauteile enormen Temperaturschwankungen ausgesetzt."

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