Sonderausstellung "Schweizer Scherenschnitte" vom 16. August bis 2. November 1997 im Appenzeller Volkskunde-Museum, Stein AR

Stein (OTS)- Aus Anlass des 10jährigen Bestehens des Appenzellers Volkskunde-Museums in Stein findet eine Jubiläums- Ausstellung "Schweizer Scherenschnitte" statt.

Bereits im Jahr 1988 konnten im Museum Schweizerische Scherenschnitte gezeigt werden. Der grosse Erfolg bewog die Organisatoren dazu, wiederum eine Ausstellung zu diesem Thema durchzuführen. Von den rund 50 eingeladenen Scherenschnittkünstlerinnen und -künstlern aus der gesamten Ost-und übrigen Schweiz (ausser GE, VD, BE, NE und JU) haben sich 35Künstlerinnen und Künstler angemeldet und innerhalb der Anmeldefrist über 200 Werke eingereicht.

Der Scherenschnitt in der Schweiz

Die Wiege des volkstümlichen schweizerischen Scherenschnittes finden wir im Saanenland und im Pays d'Enhaut um 1800. Diese Volkskunst wurde am Anfang vor allem von einfachen Männern ausgeübt, die es zu faszinierender Meisterschaft brachten, jedoch in der Regel nie reich davon wurden.

Der Köhler Johann Jakob Hauswirth (1809-1871) aus Saanen wird als riesiger Mann mit massigen Händen, die in keine Schere passten, beschrieben. So fertigte er mit Hilfe von Draht Ringe an, die er an der Schere befestigte und durch die er seine grossen Finger stecken konnte. Hauswirths Scherenschnitte sind heute sehr wertvoll, aber er selber ist arm gestorben. Die meisten sind Faltschnitte. Im Alter verarbeitete er oft viele farbige Papiere in einem Schnitt.

Im Jahr 1871, als Hauswirth starb, wurde Louis Saugy (1871-1953) im Saanenland geboren und begegnete wahrscheinlich schon früh den weit verbreiteten Scherenschnitten Hauswirths. Saugy wurde von seinen Eltern gefördert und von Hauswirths Werken und Motiven stark inspiriert. Im Gegensatz zu Hauswirth wurde er schon zu Lebzeiten berühmt, und seine Werke fanden regen Absatz, obwohl die Preise kletterten.

Ein weiterer Vertreter des volkstümlichen Scherenschnitts kommt ebenfalls aus dem Saanenland, der Zimmermann Christian Schwizgibel (1914-1993). Seine Ornamentschnitte steigerten sich zu wahren Meisterwerken.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke beinhalten eine überaus reichhaltige Vielfalt aus den verschiedenen Gegenden der Schweiz zu hauptsächlich volkskundlichen Themen. Nebst den klassischen Darstellungen von Alpaufzügen, Lebensbäumen und Märchen sind Szenen des Alltags wie auch besondere Appenzeller Bräuche zu sehen.

Die Ausstellung dauert bis zum 2. November 1997. Mit wenigen Ausnahmen sind alle Werke verkäuflich.

Es finden an vier Sonntagen Schauschneiden statt. Vier verschiedene Scherenschnittkünstlerinnen demonstrieren im Museum das Scherenschneiden

24. August Frau Estrellita Atallah- Fauquex, Zürich
14. September Frau Susanne Schläpfer-Geiser, Hinteregg
28. September Frau Elsi Hohl-Lauchenauer, Trogen
5. Oktober Frau Elisabeth Bottesi, Oetwil am See

Notiz an die Redaktioen:
Dieser Text wird im Auftrag des Appenzeller Tourismus, Stein, übermittelt. Rückfragen: Appenzeller Volkskunde-Museum,
Frau Irene Schaller, 9063 Stein, Tel. 071/368 50 56, fax071/3685055.

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