Österreich/Japan : Exporte steigen - Defizit sinkt

Firmen verlieren die "Scheu" vor dem japanischen Markt - Österreich-Häuser bei Olympischen Winterspielen in Nagano

Wien (PWK) - Österreichs traditionell hohes Defizit im Handel mit Japan ist 1996 um 1,2 Mrd S auf 7,7 Mrd S zurückgegangen, meldet Handelsdelegierter Wolfgang Penzias aus Tokio. Ausschlaggebend dafür sei der überdurchschnittlich starke Anstieg der österreichischen Exporte (um 25 Prozent auf 9,5 Mrd S) bei wesentlich schwächerer Zunahme der Importe aus Japan (+ 5 Prozent auf 17,2 Mrd S). Im ersten Quartal habe sich die Verringerung des Defizits weiter fortgesetzt, da Österreichs Ausfuhren um sechs Prozent zulegten, die Einfuhren aber um sieben Prozent zurückgingen. ****

Die eindrucksvollsten Exporterfolge sind der österreichischen Wirtschaft bei Maschinen und Fahrzeugen, Bauholz für Fertighäuser, Zulieferungen für die Möbelerzeugung, Snowboards, Elektronikerzeugnissen und Fruchsaftkonzentraten gelungen, berichtet Penzias. Positiv, wenn auch auf bescheidenerem Niveau, hätten sich die Ausfuhren von Möbeln, Bekleidung, Schokolade, Konfitüren und Wein entwickelt.

Daß die japanischen Exporte nach Österreich nur schwach zunehmen bzw. zurückgehen, liege an der gedämpften Konjunktur in Europa aber auch an der Entwicklung der wichtigsten japanischen Exportpositionen - Straßenfahrzeuge und Elektronikprodukte - erklärt Penzias. Im Bereich der Unterhaltungselektronik mache sich die wachsende Konkurrenz anderer asiatischer Länder bemerkbar. Bei Fahrzeugen wirke sich die durch Österreichs EU-Beitritt veränderte Zollsituation aus, die zu vermehrten österreichischen Autoimporten aus EU-Ländern führt.

Penzias glaubt an eine dauerhafte, weil strukturell bedingte Verringerung des österreichischen Handelsbilanzdefizits gegenüber Japan. Zudem würden die japanischen Deregulierungs- und Importförderungsmaßnahmen sowie die Exportoffensiven Österreichs und der EU Erfolge zeigen.

"Die österreichischen Firmen verlieren allmählich die Scheu vor dem als schwierig bekannten japanischen Markt", konstatiert der Handelsdelegierte. Dazu habe das seit 1995 laufende WKÖ-Exportförderungsprogramm "Successful in Japan" viel beigetragen. Im Rahmen dieses Programmes (das auch von der japanischen Außenhandelsorganisation Jetro unterstützt wird) wurden bisher rund 45 Marktanalysen für aussrichtsreiche Branchen erstellt. Zwanzig weitere (über Umwelttechnik und Software) sind in Vorbereitung. Darüber hinaus werden jährlich mehrere Wirtschaftsmissionen nach Japan geführt, Gruppenausstellungen auf wichtigen japanischen Messen sowie Informationsseminare veranstaltet.

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