AK: Blei im Wasser - Problem mit einfachen Mitteln lösbar

Wien: 100.000 Haushalte betroffen - Mieter können Leitungserneuerung durchsetzen

Wien (AK) - Die jüngst veröffentlichten und auf einer
AK-Studie beruhenden Warnungen vor Blei im Wiener Trinkwasser
seien übertrieben: Darauf weisen heute, Dienstag, die Konsumentenschützer der AK Wien hin. Die Untersuchung hatte ergeben, daß bis zu 100.000 Wiener Altbau-Haushalte ein Problem
mit erhöhtem Bleigehalt im Trinkwasser haben könnten. Die gemessenen Werte seien jedoch in der Regel für Erwachsene unbedenklich, allerdings sei bei Säuglingen und Kleinkindern Vorsicht geboten. Die AK begrüßt die Ankündigung der Stadt Wien, alte Blei-Hauszuleitungen zu ersetzen. Auch Mieter haben die Möglichkeit, eine Erneuerung der Hausleitungen zu verlangen, erklären die AK-Konsumentenschützer: Eine Mehrheit der Mieter eines Hauses kann den Ersatz der Bleileitungen als "nützliche Verbesserung", die aus der Hauptmietzinsreserve zu bezahlen ist, gegenüber dem Hauseigentümer durchsetzen. Auskunft darüber erteilen die Schlichtungsstellen (MA 16). ***

Blei im Wasser sammle sich dann an, wenn das Wasser stundenlang unbewegt in der Blei-Leitung steht - also hauptsächlich über Nacht. Das zeigte eine AK-Studie vom Vorjahr. Die Bleiwerte
seien allerdings fast immer mit einfachsten Mitteln auf ein
Minimum reduzierbar: Bevor Trinkwasser für Kleinkinder entnommen wird, müsse man lediglich einige Liter Wasser abrinnen lassen, informierten damals die AK-Konsumentenschützer.

Dies sei, so die AK, auch "im Zeitalter des Wassersparens" eine vertretbare Maßnahme: Selbst wenn alle Wiener Altbauhaushalte
jeden Morgen 6 Liter Wasser abrinnen ließen, würde das einen Wassermehrverbrauch von etwa 2500 Kubikmetern täglich bedeuten,
das seien nur 0,6 Prozent des täglichen Wiener Wasserverbrauchs. Tatsächlich sind rund 100.000 Wiener Haushalte noch mit alten Bleileitungen erschlossen, erhob die AK im Vorjahr.

Die AK-Untersuchung hat ergeben, daß das Bleiproblem kaum auf
die Hausanschlußleitungen zurückzuführen ist, für die die Wiener Wasserwerke zuständig sind, sondern fast ausschließlich auf die hausinternen Installationen. Aber es sei grundsätzlich zu begrüßen, daß die Stadt Wien erklärt habe, die letzten alten Blei-Zuleitungen zu erneuern.

Laut AK-Mietrechtsexperten kann die Mehrheit der Mieter jedoch
in den Häusern, für die das Mietrechtsgesetz gilt, nützliche Verbesserungsmaßnahmen durchsetzen, die aus der Hauptmietzinsreserve zu decken sind. Eine Mehrheit der Mieter
eines Hauses kann den Hausbesitzer zum Austausch der alten Bleileitungen zwingen, falls die Mietzinsreserve ausreichend
hoch ist. Der entsprechende Antrag ist bei der
Schlichtungsstelle einzubringen.

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(Schluß)

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