Billige Hunde = Kranke Hunde

Tierhilfswerk Austria (THWA) warnt vor Hundekauf bei dubiosen "Piratenzüchtern"

Wien (OTS) - Vor knapp drei Monaten kaufte Frau Eva Fichtinger aus Wien beim "Züchter" Thomas Huber im niederösterreichischen Weinburg, nahe St. Pölten, um 4.000 Schilling ein acht Wochen altes Dobermannweibchen. Schon bald stellte sich heraus, daß die Hündin seit Geburt an einer schweren Pilzerkrankung leidet und daß die versprochenen Zuchtpapiere scheinbar nicht vorhanden sind. Ein Paradebeispiel, wie skrupellose "Hundezüchter" Profit mit Lebewesen machen.

Frau Feichtinger kaufte die Dobermannhündin "Kira" im guten Glauben, einem armen Tier geholfen zu haben. Doch mit dem Kauf des Welpen half sie vor allem einem dubiosen "Züchter". Die im Preis inkludierten Zuchtpapiere wurden bis dato nicht zugestellt. Die als "Schürfwunden" angegebenen Verletzungen im Nackenbereich erwiesen sich schon bald als langwierige Pilzerkrankung. Der "Züchter" reagiert auf die Reklamationen bezüglich der Zuchtpapiere stets mit Beschimpfungen und Einhängen des Telefonhörers, was zur Folge hatte, daß Frau Feichtinger eine Zivilklage einreichte. Das THWA prüft eine Anzeige wegen Verdacht auf Tierquälerei.

Das Bundesamt für Tierseuchenbekämpfung in Mödling diagnostizierte , daß "Kira" schon seit Geburt am Mikrosporum Canis-Pilz leidet und strafte damit die Aussagen Herrn Hubers Lügen, daß die Hündin erst bei ihrer neuen Besitzerin erkrankt sei. Ein Attest eines Veterinärs untermauert den Befund zusätzlich. Die Behandlung der Hündin erwies sich als sehr kostspielig und für das Tier strapaziös.

Der Fall "Kira" ist nichts Außergewöhnliches, vielmehr trauriger Alltag. Er kann als Musterbeispiel genommen werden, daß Hunde, die zu Diskontpreisen angeboten werden, sich auf lange Sicht als sehr geldintensiv erweisen, da die Tiere aufgrund ihrer miserablen Aufzucht an einer breiten Palette von Mangelerscheinungen leiden.

Mag. Alexander Willer, Hundereferent des THWA: "Wer einen Rassehund erwerben will, soll unbedingt die Seriosität des Züchters überprüfen. Dubiose "Piratenzüchter" sind leicht daran zu erkennen, daß sie nicht nur eine Rasse, sondern auf Wunsch sehr viele Rassen feilbieten, und dies meist zu Schleuderpreisen. Oft geschieht dies per Annonce oder über obskure Tierfachhandlungen. Die Welpen stammen zumeist aus Zuchtfabriken in Ungarn, Tschechien oder anderen Oststaaten. Wer solche Hunde kauft, unterstützt unbewußt den Teufelskreis aus Tierquälerei und Profitgier."

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Mag. Alexander Willer
Christian Janatsch
Tel.: 02243/229 64

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