19. KFG-Novelle bringt Verbesserungen für den Gütertransport

Neue EU-Abmessungen auch in Österreich übernommen - Erhebliche Verbesserung bei der Beladung von Paletten

Wien (PWK) - "Die 19. Novelle zum Kraftfahrgesetz, die vom
Parlament bereits beschlossen wurde, bringt wichtige Verbesserungen für den Gütertransport auf der Straße," betont Roderich Regler, Leiter der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Österreich. So dürfen ab 1. September d.J. Kraftfahrzeuge 2,55 Meter breit sein (bisher 2,50 Meter), was eine erhebliche Verbesserung bei der Beladung mit Paletten mit sich bringt. Weiters dürfen Kraftwagenzüge (LKW mit Anhänger) 18,75 Meter lang sein (bisher nur 18,35 Meter), wobei allerdings die Ladeflächen nicht länger werden dürfen. Damit können aber moderne längere Kupplungssysteme verwendet werden, was die Fahrsicherheit entscheidend erhöht. ****

"Wichtig ist, daß nunmehr die Höchstgewichtsgrenze für Fahrzeugkombinationen von 38 Tonnen plus 5 Prozent, aufgerundet auf volle tausend Kilogramm, nicht mehr als Übertretung gilt, die mit einer Abmahnung zu bestrafen ist. Vielmehr handelt es sich nunmehr um eine echte Zulassungsgrenze, wie dies im EU-Beitrittsvertrag festgelegt wurde. Dies bedeutet, daß der Halter einer Fahrzeugkombination, die zwischen 38 und 40 Tonnen aufweist, bei einem Verkehrsunfall nicht mehr vom Versicherer haftbar gemacht werden kann. Vor allem für Mineralöltransporte konnte damit ein langjähriger Wunsch der österreichischen Wirtschaft umgesetzt werden," betont Regler.

Weiters kann in Hinkunft, entsprechend einem Vorschlag der Wirtschaftskammer, der Verkehrsminister auf der Basis der Gegenseitigkeit und bei Vorliegen eines Verkehrsabkommens mit der EU auch Drittstaaten die Ausnutzung der 40 Tonnen-Grenze in Österreich gestatten. "Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Retorsionsmaßnahmen von Drittländern gegenüber österreichischen Transporteuren zu verhindern."

Weiters konnte erreicht werden, daß in Hinkunft Schwerfahrzeuge, die wegen höherer Gesamtgewichte bisher nur auf bestimmten Routen verkehren durften, diese Beschränkung nur für den Fall auferlegt bekommen, daß durch die Beladung die im Gesetz angegebenen bzw. die für die betreffende Straße geltenden Höchstgrenzen überschritten werden. Dies bedeutet eine wesentliche Erleichterung des Fahrzeugeinsatzes bei routengebundenen Zulassungen.

Auch das rote Deckkennzeichen für ausländische Anhänger, das immer verwendet werden muß, wenn ein ausländischer Anhänger mit einem österreichischen Zugfahrzeug gezogen wird, kann nunmehr unter erleichterten Bedingungen bezogen werden. Weiters wurde die Bestimmung auch auf den PKW-Bereich erweitert.

Nicht zuletzt sind in Hinkunft Zwangsmaßnahmen gegen den Weiterbetrieb eines Kraftfahrzeuges auch dann unverzüglich aufzuheben, wenn lenkerbezogene Mängel (z.B. bei Überschreitung der Lenkzeit) durch Beistellung eines Ersatzlenkers beseitigt werden. Damit kann ein Transport fortgesetzt werden, wenn ein übermüdeter Lenker durch einen anderen Lenker ersetzt wird.

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Dipl.-Ing. Roderich Regler
Tel: 50105/DW 4000

Abteilung für Verkehrspolitik

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