AK: Ansteigen geringfügig Beschäftigter alarmierend

AK Direktor Cerny begrüßt Sozialversicherung für "Geringfügige"

Wien (AK) - "Die geringfügig Beschäftigten müssen so rasch
wie möglich in das Sozialversicherungssystem einbezogen werden", erklärte am Freitag AK Direktor Josef Cerny. Wie dringend
sozialer Schutz in der Kranken- und Pensionsversicherung auch
für diese Gruppe von Erwerbstätigen sei, zeigten die jüngsten Daten über den dramatischen Anstieg der Zahl der geringfügig Beschäftigten. Dieser Anstieg sei im wesentlichen dadurch zu erklären, daß Unternehmen derzeit für geringfügig Beschäftigte nur minimale Sozialversicherungsbeiträge bezahlen müssen und dadurch ungerechtfertigte Kostenvorteile hätten. Cerny begrüßt
es daher, daß im Sechspunkte-Programm der Bundesregierung für Begleitmaßnahmen zum Budget 1998/99 auch Sozialversicherung für geringfügig Beschäftigte vorgesehen ist. ****

"Die AK tritt bereits seit längerem dafür ein, alle Gruppen von Erwerbstätigen und damit auch die geringfügig Beschäftigten in die Sozialversicherung einzubeziehen", sagt Cerny. Der Trend zur Ausbreitung nicht sozialversicherter Beschäftigungsverhältnisse müsse gestoppt werden. "Besonders deutlich ist dieser Trend bei
den geringfügig Beschäftigten, wie die jüngsten Zahlen belegen." Also sei es "mehr als berechtigt" zu fordern, daß auch "Geringfügige" Anspruch auf sozialen Schutz durch Kranken- und Pensionsversicherung bekommen.

Daß es von Jahr zu Jahr mehr geringfügig Beschäftigte gibt, so Cerny weiter, liege "vor allem daran, daß Unternehmen derzeit
bei geringfügiger Beschäftigung beträchtliche Kostenvorteile haben." Nicht zuletzt deshalb seien gerade im Handel im Zug der Verlängerung der Ladenöffnungszeiten nicht selten voll sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in mehrere geringfügige Jobs gespalten worden. Auf diese Art würden
"billige" Arbeitskräfte ohne Sozialversicherung ausgespielt
gegen "teurere", voll versicherte.

Cerny: "Hier muß gegengesteuert werden. Es darf für ein Unternehmen nicht billiger sein, drei Arbeitskräfte zu je 3.000 Schilling ohne Sozialversicherung zu beschäftigen als eine Arbeitskraft allein zu 9.000 Schilling mit Sozialversicherung." Deshalb unterstütze die AK auch jenen Teil im
Sechs-Punkte-Programm der Bundesregierung zum Budget 1998/99, in
dem Sozialversicherung auch für geringfügig Beschäftigte vorgesehen ist.

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