Obstveredelungsindustrie konnte sich 1996 behaupten

Verteuerungen bei vielen Früchten und Kostenerhöhungen werden noch heuer zu Preissteigerungen führen

Wien (PWK) - Wie in vielen anderen Branchen gab es auch in der österreichischen Obst- und Gemüseveredelungsindustrie infolge des EU-Beitrittes und der sich ändernden Trends im europäischen Konsumverhalten massive wirtschaftspolitische Veränderungen. Besonders der verschärfte Wettbewerb mit den europäischen Konkurrenzbetrieben führte zu bedeutenden Strukturveränderungen. ****

Trotz rückläufiger Entwicklung im Tourismus und der ungünstigen Witterung in den Sommermonaten 1996 hat die Obst- und Gemüseveredelungsindustrie im zweiten Jahr nach dem Beitritt zur Europäischen Union den Produktionswert des Jahres 1995 in der Höhe von 2,3 Mrd öS behaupten können. Rückgänge bei den Gemüseveredelungserzeugnissen konnten durch Zuwächse in der Obstveredelung großteils wettgemacht werden.

Bei Konfitüren, Marmeladen, Fruchtmus und -pasten (Zollposition 2007) konnte 1996 mit 82,3 Mio Schilling eine positive Außenhandelsbilanz erreicht werden. Der Außenhandel von verarbeitetem Obst und Gemüse (Zollkapitel ex 20) weist - mit Ausnahme der Zollposition "Fruchtsäfte" - seit Jahren ein sehr hohes Defizit aus. Der Großteil dieses Defizits ist auf den Import von Obst- und Gemüsefertigprodukten zurückzuführen; vor allem Produkte aus Rohwaren, die aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen in Österreich gar nicht oder nicht optimal gedeihen und daher auch nicht weiterverarbeitet werden (zB Südfrüchte, Tomaten, Kapern, Artischocken, Oliven).

Das Jahr 1997 bereitet insbesondere den Weiterverarbeitern von Obst große Probleme bei der Beschaffung der benötigten Rohwaren. So melden die wichtigsten europäischen Lieferländer von Obst hohe Ernteausfälle durch Frostschäden und schwere Regenfälle. Die zu geringen Mengen an Rohwaren für die Obstverarbeitung führen am europäischen Markt, insbesondere bei Weichseln, Süßkirschen, Marillen, Erdbeeren, Himbeeren, Schwarzen und Roten Johannisbeeren, zu kräftigen Preissteigerungen.

Das mit 1. Jänner 1995 eingeführte Eintrittspreissystem für Obst und Gemüse, das in erster Linie zum Schutz der europäischen Erzeuger von Frischmarktobst eingerichtet wurde, machte auch 1997 den Weiterverarbeitern von Obst beim Bezug von frischen Früchten aus Drittstaaten zu schaffen. Zu einer weiteren wirtschaftlichen Belastung für die österreichischen Obstverarbeiter führte die Einführung von Einfuhrlizenzen für frische Weichseln und Süßkirschen im Zeitraum 21. Mai bis 10. August 1997.

Der für Anfang August 1997 von der EU-Kommission angekündigte Umstieg von einer bisher unverbindlichen Mindestpreisregelung - beim Import von Beerenfrüchten aus den osteuropäischen Reformstaaten - auf ein verbindliches Mindestpreissystem wird eine weitere Behinderung der Rohwarenbeschaffung bedeuten und zu zusätzlichen finanziellen Belastungen für die österreichischen Obstveredler führen.

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