AK: Benzinpreis in Österreich weit überhöht

Neuerliche Benzinpreiserhöhung wäre unverantwortlich

Wien (AK) - Eine neuerliche Benzinpreiserhöhung von 10 bis
30 Groschen könne keinesfalls hingenommen werden: So reagiert
die AK auf Gerüchte, daß der Benzinpreis heute neuerlich um 10
bis 30 Groschen erhöht werden soll. Die AK fordert den Wirtschaftsminister auf, die offenbar außer Rand und Band
geratene Mineralölwirtschaft zur Räson zu bringen. Österreich habe europaweit (vor Steuern) den teuersten Benzinpreis. Statt laufender Erhöhungen, für die sich immer sofort Gründe fänden, sei eine schrittweise Senkung dieser Preisdifferenz zu anderen EU-Staaten anzustreben. ****

Österreich hat den teuersten Benzinpreis (vor Steuern) Europas:
Diese Differenz, die bis zu 50 Groschen pro Liter beträgt, muß schrittweise zurückgeführt werden. Die AK fordert diesbezügliche Initiativen von Wirtschaftsminister Farnleitner. In allen
anderen Bereichen, etwa bei den Strompreisen oder bei den Telefongebühren, klage die Wirtschaft über zu hohe, wettbewerbsverschlechternde Kosten. Nur die Mineralölwirtschaft scheine von dieser Kritik ausgenommen.

Dabei seien nach der Preiserhöhungswelle der letzten Tage die Ölkonzerne besonders unglaubwürdig: Für Erhöhungen werden immer Begründungen gefunden - ob es der Rohölpreis, der Dollarkurs,
die Bündelerlöse oder der Rotterdamer Produktenpreis seien - auf Preissenkungen warteten die Konsumenten meist vergeblich oder
sie fielen zu niedrig aus. Auch zeichne sich die Ölwirtschaft
durch diversifizierte Argumentationssträuße je nach Zielgruppe aus: Den Konsumenten werden Gründe für Preiserhöhungen beigebracht, den Arbeitnehmern wird die angebliche Notwendigkeit
von Kündigungen begründet, vor Aktionären freuen sich die Ölfirmen dann über die guten Ergebnisse.

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