WKÖ-Experte Höfle: Keine Angst vor Marktrisiko in Lateinamerika

Wirtschaftskammer erschließt die aufstrebenden Märkte für Neuexporteure - Lateinamerikaforum im September in Wien

Wien (PWK) - Eine 20-köpfige österreichische Wirtschaftsdelegation wird Minister Hannes Farnleitner von 5. bis 14. September nach Brasilien, Argentinien und Chile begleiten, teilt die Wirtschaftskammer Österreich mit. Die Delegationsteilnehmer -vorwiegend Vertreter der Investitionsgüterbranche, aber auch Nahrungsmittelproduzenten, Banker und ein Spezialist für Berufsausbildung - wollen ihre Marktchancen in den lateinamerikanischen Ländern erkunden bzw. ausbauen. ****

Österreichs Handelsvolumen mit Lateinamerika (knapp 12 Mrd S) ist angesichts der aufstrebenden Wirtschaftsentwicklung und des riesigen Marktpotentials dieser Region viel zu gering, bedauert WKÖ-Experte Walter Höfle. Trotz kontinuierlicher Zunahme (1996 um 14 Prozent auf 7 Mrd S) haben die Exporte nach Lateinamerika nur einen Anteil von 1,14 Prozent an den österreichischen Gesamtausfuhren.

Die stärksten Exportzuwächse erzielte Österreich 1996 mit Mexiko (Anstieg um 33,5 Prozent auf knapp eine Mrd S), mit Argentinien (+ 33 Prozent auf 950 Mio S) sowie mit dem weitaus größten Handelspartner der Region, Brasilien (+ 12,6 Prozent auf 3 Mrd S).

Die südamerikanische Freihandelszone Mercosur ist neben der Nafta der große Wachstumspol des gesamten amerikanischen Raumes, so Höfle. In praktisch allen Ländern Lateinamerikas sei in den 80-er Jahren die Umwandlung von totalitären Regimen zu demokratischen Strukturen vollzogen worden. Anfang der 90-er Jahre folgte der Übergang zur Marktwirtschaft.

"Die lateinamerikanischen Märkte haben sich sehr konsolidiert und bieten heute kein größeres Risiko als andere Überseemärkte" (Höfle).

Besonders gute Chancen bestünden für Industriezulieferungen, Maschinen und Ausrüstungen, da in den lateinamerikanischen Ländern derzeit Modernisierung und Ausbau der Industrie an vorderster Stelle stehen. Gleichzeitig sind große Projekte in den Bereichen Infrastruktur und Bergbau im Gange. Für die Marktbearbeitung empfiehlt Höfle Kooperationen mit lokalen Partnern. Das österreichische Wirtschaftsengagement in den lateinamerikanischen Ländern sei noch sehr gering (in Brasilien 20 Joint Ventures, in Argentinien 15, in Chile weniger als zehn).

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Dr. Walter Höfle

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