ÖLSF-Vorstand urgiert, Kinderpornographie und Sex mit Jugendlichen nicht zu vermischen

Für den verhafteten Wiener Anwalt muß die Unschuldsvermutung gelten.

Wien (OTS) - Im Zuge der Ermittlungen bezüglich des oberösterreichischen sogenannten "Kinderporno-Rings" wurde ein Wiener Rechtsanwalt verhaftet. Unklar ist jedoch, ob jener in Zusammenhang mit Kinderpornographie oder in Zusammenhang mit dem § 209 StGB, dem sogenannten "Schutzalter"-Paragraph verhaftet wurde. Dieser Paragraph, für dessen Abschaffung das ÖLSF sowie das Rechtskomitee Lambda sich heftig einsetzen, stellt homosexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern und Jugendlichen über 14 unter Strafe. Der § 209 stellt gleichzeitig eine gravierende Menschenrechtsverletzung im Österreichischen Strafgesetz dar, da er, von obskuren, wissenschaftlichen Theoremen geleitet, eine Ungleichbehandlung zwischen heterosexuellen und schwulen Beziehungen festschreibt. Das ÖLSF verurteilt jedoch selbstverständlich Sexualität ohne Einverständnis des Partners, egal welchen Alters.

In der Berichterstattung über die neueste Kinderporno-Affaire wird Sexualität mit mündigen Minderjährigen jedoch mit sexuellen Handlungen mit unmündigen Minderjährigen vermischt, so, als ob das Eine zum Anderen führen müsse beziehungsweise demselben Bedürfnis entspränge.

Bezüglich der Verhaftung des Wiener Rechtsanwalts muß natürlich die Unschuldsvermutung ausgesprochen werden, ehe nicht der Nachweis seiner tatsächlichen Verwicklung erbracht wurde. Gerade wenn es um Kinderpornographie geht, sind Vorveruteilungen sehr häufig. Allein die Namensnennung in einer solchen Affaire ist oft schon genug, um einen Menschen nachhaltig zu diskreditieren.

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