Gifteinsatz im Grenzgebiet WWF fordert den sofortigen Stopp

Wien/Bratislava (OTS) - Zu wachsender Aufregung kam es in den vergangenen Tagen in den Marchauen. Fischer alarmierten Dienstag früh den WWF (World Wide Fund for Nature) über stundenlange Flugzeugeinsätze zur Ausbringung von Sprühmitteln gegen Gelsen in den zum Teil noch überfluteten Marchauen. Beobachtet wurde aber, daß auch Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten verendeten. Ein Sprecher des slowakischen Gesundheitsministeriums räumte sogar ein, daß auch Fische und andere Wasserorganismen dem Gift zum Opfer fallen können. Der WWF fordert, daß diese ungeeignete Maßnahme sofort gestoppt wird.

Wie der WWF von Naturschutzkollegen aus der Slowakei erfuhr, läuft im Grenzgebiet zu Österreich bereits seit mehr als einer Woche ein großflächiger Gifteinsatz des slowakischen Gesundheitsministeriums: Die gesamten Marchauen zwischen der tschechischen Grenze und der Marchmündung in die Donau sollen zur Verhinderung einer möglichen Gesundheitsepidemie, ausgelöst durch Gelsen, mehrfach besprüht werden. Und das trotz heftigen Widerstands lokaler Naturschützer und vieler Bewohner der Region.

Besorgnis besteht auch in Österreich, wo man über die Aktionen nur zufällig erfuhr: Erst Fischer beobachteten kürzlich die Sprühaktionen slowakischer Flugzeuge im Raum Schloßhof und wurden dabei sogar selbst eingenebelt.

Übertriebene Aktion ohne bilaterale Abstimmung

"Daß ohne nachvollziehbaren Handlungsbedarf ein großflächiger Einsatz eines Breitbandgiftes verordnet wurde, der gewaltigen Schaden im gesamten Naturhaushalt bewirkt, ist skandalös. Jetzt von einem möglichen Ausbruch von Malaria oder anderen Epidemien zu reden und deshalb das gesamte Augebiet zu vergiften, zeugt von einer völligen Fehleinschätzung der Situation", so WWF-Sprecher Alexander Zinke. "Falls irgendwo tatsächlich eine große Gelsenplage entstehen könnte, so müßte man mit selektiven Mitteln gegen die Larven vorgehen, was aber hier überhaupt nicht getan wird." Auch daß weder die österreichischen Gemeinden an der slowakischen Grenze, noch die Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung von dem Sprüheinsatz benachrichtigt wurden, ist ein Rückschritt für die nachbarschaftlichen Beziehungen.

Der WWF fordert die slowakische Regierung auf, den Gifteinsatz sofort zu stoppen. An den niederösterreichischen Naturschutz-Landesrat Ewald Wagner wird apelliert, rasch eine bessere Informationspolitik über alle Gelsenaktionen im Grenzraum zu erwirken.

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WWF Österreich, Alexander Zinke, 01/48817-254

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