Pflegegeld ist irreführend - Umbenennung gefordert

Wien (OTS) - Sprache beeinflußt das Denken. So begründet Dr. Klaus Voget, Präsident der Öst. Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, seine Forderung, das "Pflegegeld" umzubennen. Sein Vorschlag:
²Behindertenzuschuß².****

"Immer mehr Personen - vor allem PolitikerInnen - diskutieren über das Pflegegeld, ohne jemals das dazugehörige Gesetz gelesen zu haben," vermutet Voget. Anders sei es nicht zu erklären, daß immer wieder völlig falsche Assoziationen mit diesem Begriff verbunden werden.

Das derzeitige Pflegegeld ist lediglich ein Zuschuß zu den behinderungsbedingten Mehraufwendungen in der Höhe von etwa 20 Prozent der tatsächlichen Kosten. Voget: "Erstens müssen behinderte Menschen den größten Teil der Kosten aus eigener Tasche finanzieren. Zweitens geht das Gesetz über den Bereich der persönlichen, intimen Pflege hinaus - ein Bereich, der wesentlich häufiger benötigt wird."

Eine Umbenennung in "Behindertenzuschuß" würde auch das Ende der "leidigen Debatte über den Pflegescheck" bedeuten. Außerdem ist im Gesetz klar geregelt, daß das Pflegegeld die Selbstbestimmung der betroffenen Personen fördern soll. Ein Pflegescheck widerspricht dieser Zweckwidmung. "Wer kann sich schon einen Behindertenzuschußscheck vorstellen?"

Voget abschließend: "Geben wir dem Geld den richtigen Namen, dann werden auch die richtigen Leistungen damit in Zusammenhang gebracht."

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