Gewerbeverein: EU-Förderungen überdenken!

Wien (OTS) - Daß Österreich seinen Bürgern ein radikales Sparpaket aufbürdet, ist nicht zuletzt auf unseren Nettozahler-Status in der Europäischen Union zurückzuführen.

In dieser Situation stimmt es bei der Lektüre der niederösterreichischen Broschüre "Erfolgreiche Projekte der Landwirtschaft" mehr als nachdenklich, wenn sich dieses Land darin freut, von der EU für die 1995 - 1999 laufende Förderung von 5-b-Gebieten 500 Mio. öS bekommen zu haben.

Zuerst zahlen wir in die Fördertöpfe der EU - so der Österreichische Gewerbeverein - um dann - wie am Beispiel Niederösterreichs - etwa für die Veredelung von Mariendistelsamen eine Förderung von 1,9 Millionen Schilling vom Land Niederösterreich zu geben. Die EU fördert das Projekt mit 2,6, der Bund mit 2,9 Millionen Schilling.

Das Burgenland rühmt sich aus dem gleichen Titel die Finanzierung einer vollmechanisierten Holz-Erntekette finanziert bekommen zu haben.

Unter eine andere Förderkategorie fällt die Revitalisierung des Wiener Gürtels, die auch von der EU finaziell unterstützt werden soll.

Der Österreichische Gewerbeverein fordert von der österreichischen Bundesregierung, diesen "Förderunsinn" endlich in Brüssel zu bekämpfen. Mit Deutschland, das seinen EU-Beitrag senken muß, finden wir sicher einen starken Mitstreiter.

Wenn Österreich nicht alleine imstande wäre, die "Veredelung von Mariendistelsamen" zu finanzieren, dann wird es das Projekt nicht wert gewesen sein; Brüsseler Geldern, die wir zuvor dorthin geleitet haben, wieder als Geschenk zu bekommen, haben wir als Nettozahler nicht notwendig.

Die Fördertätigkeit der EU hat sich nach Ansicht des Österreichischen Gewerbevereins prinzipiell auf grenzüberschreitende Projekte zu beschränken. Hier wieder ist dem Forschungs- und Technologiebereich absolute Priorität einzuräumen.

Wenn man weiß, welcher Aufwand mit dem Ausfüllen eines "Proposals" für Brüssel verbunden ist und wieviele von uns finanzierte EU-Beamte und Gremien mit dem Vergabeprozeß beschäftigt sind, dann sollte man raschest solchen Unsinn abstellen.

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